Museum am Strom

Historisches Museum am Strom - Hildegard von Bingen

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Historisches Museum am Strom - Hildegard von Bingen

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Karl Marx in Bingen

Quelle: Stadt BingenJohann Baptist Bachta "Bootsszene auf dem Rhein bei Bingen", Öl auf Eisen, 1840

Karl Marx feiert Geburtstag – und Bingen ist dabei: Seit am 5. Mai 2018 anlässlich des 200. Wiegenfestes des großen Trierers vier große Jubiläumsschauen zu Ehren von Karl Marx eröffnet wurden,  ist unter den zahlreichen in der Moselstadt versammelten Exponaten auch ein besonders schönes Stück Bingen zu bewundern. Denn die Ausstellung im Stadtmuseum Simeonsstift unternimmt es, die in der Öffentlichkeit im Einzelnen oft kaum bekannten Lebensstationen des weltbedeutenden Philosophen, Journalisten und Revolutionärs anhand von eindrucksvollen Objekten der Zeit plastisch zu illustrieren. Und wie bei so vielen bedeutenden Repräsentanten der Epoche von Rheinromanik und Revolution war Bingen auch für Karl Marx Etappenort auf einer bewegten Lebensreise. Zuerst aber war es seine spätere Frau, Jenny von Westphalen, ebenfalls aus Trier, die im August 1837 eine Rheinreise unternahm und dabei auch die Rhein-Nahe-Stadt besuchte. Sie ließ es sich nicht nehmen, auf den Turm der Burg Klopp zu steigen und sich in das erhaltene Besucherbuch einzutragen. Der Besuch blieb offenbar in guter Erinnerung, denn im Sommer 1843, nach der Hochzeit mit Karl Marx in Bad Kreuznach, verbrachte das Paar hier seine Flitterwochen. Noch einmal sechs Jahre später war es allerdings nicht die herrliche Landschaft, sondern das Scheitern der Revolution in Preußen, die Marx zur Flucht aus Köln und zur vorübergehenden Niederlassung in Bingen bewog. Er bezog Quartier im Hotel „Zum Weißen Ross“ und brachte von hier aus eine letzte Erklärung seiner revolutionären „Neuen Rheinischen Zeitung“ auf den Weg.  

Wie die Stadt Bingen in jenen Jahren aussah, als sie für Marx die Kulisse privater Hochgefühle wie auch des politischen Tiefschlags bot, zeigt ein prachtvolles, auf Eisen gemaltes Bild, das dem Koblenzer Maler Bachta zugeschrieben wird: Vor dem mächtig aufragenden, durch Wein und Wald begrünten Scharlachberg und eingerahmt durch die Ruinen von Mäuseturm, Kloster Rupertsberg und Burg Klopp erhebt sich die Basilka über den malerischen Häusern und Gassen der Stadt. Im Vordergrund ist eine Gruppe individuell gestalteter Personen auf einer Bootspartie zu erkennen, Honoratioren wohl, unter ihnen vielleicht auch der Auftraggeber des Gemäldes. Um wen es sich genau handelt, konnte noch nicht geklärt werden. Karl Marx indes, so viel scheint gewiss, befindet sich nicht darunter…