Bodmannstein

Gerade im Sommer ist der Binger Wald ein beliebtes Naherholungsziel und nicht selten ist der „Bodmannstein“ Startpunkt für mehr oder weniger ausgedehnte Spaziergänge. Auch der Walderlebnispfad ist von hier aus gut zu erreichen.

Der Bodmannstein im Binger Wald erinnert an Wilhelm Bodmann.Benannt ist der Bereich nach dem etwa zwei Meter hohen Denkmal am nördlichen Ende des inzwischen großzügig ausgebauten Parkplatzes an der Kreuzung der Heilig-Kreuz-Straße und der K 29. Nach der alten Einteilung des Binger Stadtwaldes vor 1965 trafen an dieser Stelle drei Reviere zusammen: Schafrech V, Sulg VIII und Druidenberg IX.

Es ist dem angesehenen Binger Bürger und Justizrat Wilhelm Bodmann (+ Juni 1905) und dessen großer Leidenschaft zum Binger Wald gewidmet. Bodmann wurde 1882 als Rechtsanwalt beim Amtsgericht Bingen zugelassen und stammte aus Osthofen.

Die Bronzetafel trägt die Inschrift „Unserem lieben Waidgenossen Wilhelm Bodmann zum Andenken. Seine Kameraden 1906“. Die an der Gedenkplatte sichtbaren Schäden sind durch Geschosseinschläge zu Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden.

Das Monument besteht aus vielen einzelnen Steinen, die einst von den Waidgenossen eigenhändig im Morgenbachtal gesammelt wurden. „In seinem Arrangement macht das Ganze einen einfachen aber würdigen Eindruck“, schreibt die Binger Zeitung am 10. November 1906 über die Einweihung.  

„So lebt die Erinnerung an unseren teuren Waidgenossen und Freund weiter und gab uns den Gedanken, hier im Walde, an dem er mit allen Fasern seines Herzens gehangen, einen bleibenden Gedenkstein der Freundestreue und Bruderliebe zu errichten“ lautet ein Zitat aus der im Artikel auszugsweise wiedergegebenen Weiherede. Diese hielt ein U. Ehringer, der auch an den Wahlspruch von Bodmann erinnerte. Ein Wahlspruch, der vielleicht heute etwas pathetisch klingt, aber dem Stil der Jahrhundertwende entspricht.

„Das ist des Jägers Ehrenschild,
der treu beschützt und hegt das Wild.
Waidmännisch jagt, wie sich’s gehört,
den Schöpfer im Geschöpfe ehrt.“

Und auch die Schlussworte der Rede sind notiert „Möge diese Stätte allezeit vor rohen und übermütigen Händen geschützt sein“. Dieser Wunsch gilt auch noch heute nach 118 Jahren.