Speisemarkt

Der Binger Markt zählt zu den ältesten im Rheinland. Schon in der berühmten Veroneser Urkunde von 983, mit der Bingen in den Besitz der Mainzer Kirche gelangte, wird seine Existenz vorausgesetzt. Früh schon erstreckte sich der Einzugsbereich des Binger Marktes vor allem in das Rheintal hinein, hier waren auch die im hiesigen Marktverkehr üblichen Maße und Münzen vorbildlich. Ein regelmäßig verkehrendes Marktschiff verband Bingen mit Mainz.

Der Speisemarkt im Herzen der Binger InnenstadtDie Kaiser Maximilian II. und Leopold II. bestätigten der Stadt 1575 und 1699 in feierlichen Urkunden ihre „uralten“ Marktrechte. Neben den mittwochs abgehaltenen Wochenmärkten fanden in Bingen auch vier Jahrmärkte statt. Mehrere der repräsentativen Kaufmannshäuser am Marktplatz waren – im Gegensatz zu dem in der Stadt bis ins frühe 19. Jahrhundert vorherrschenden Fachwerk – schon im Mittelalter ganz in Stein errichtet (Treppengiebelhäuser). Die Platzmitte zierte ein Marktbrunnen, der seit 1565 von der Quelle des weit außerhalb der Stadtmauer gelegenen Draisbrunnens gespeist wurde. Er zeigte den Binger Stadtpatron St. Martin als Standbild.

1981 wurde der neue Marktbrunnen mit Szenen der Binger Geschichte errichtet (Bildhauer Karl-Heinz Klein, Düsseldorf).