Binger Mäuseturm

Von Zollturm und Signalstelle bis zum weltbekannten Wahrzeichen

Mäuseturm in stimmungsvollem Licht

Historische Überlieferungen und Legenden ranken sich um den Turm auf der kleinen Rheininsel vor Bingen.

Tatsache ist wohl, dass schon die Römer hier eine kleine Befestigungsanlage bauten. In der Herrschaftszeit der Franken verfiel diese aber mehr und mehr. Erst als Hatto II. 968 die Führung im Erzbistum Mainz übernimmt und Souverän über Bingen wird, taucht der Inselturm wieder aus dem historischen Tiefschlaf auf.

War Bingen bis dahin de facto eine reichsfreie Stadt, erzwingt nun die harte Regentschaft erhebliche Mehrabgaben und strenge Unterordnung der Bevölkerung. Der Name „Mäuseturm“, der 1516 erstmals belegt ist, leitet sich wohl von seiner Funktion als Wachturm (mittelhochdeutsch „musen“ = lauern) ab.

Der Binger Mäuseturm; im Hintergrund: die Stadt Bingen am Rhein und der RochusbergDoch der Turm wurde schon im 16. Jahrhundert mit der Legende von Bischof Hatto in Verbindung gebracht, der hier als Strafe für seine Unbarmherzigkeit bei lebendigem Leibe von Mäusen aufgefressen worden sei. Im Jahr 1298 wird der Turm in das Zoll- Sperrsystem der Burg Ehrenfels einbezogen.1689 zerstören französische Truppen das Bauwerk. Erst 1855 erinnert man sich wieder seiner Bedeutung. Die Preußen errichten auf der Insel einen Signalturm für die Schifffahrt, wie er heute noch zu sehen ist.