Fairtrade ist Umweltschutz

Oberbürgermeister Thomas Feser und die Beteiligten der Steuerungsgruppe sowie der Verwaltung bei der Präsentation der Verlängerungsurkunde 2020.

„Förderung nachhaltiger Lebensgrundlagen“ ist Grundsatz

Dass im Büro von Oberbürgermeister Thomas Feser seit 2014 fair gehandelter Kaffee getrunken wird, ist eine Selbstverständlichkeit – in diesem Jahr wurde Bingen am Rhein als 280. Fairtrade-Stadt Deutschlands zertifiziert. Ebenso selbstverständlich ist es für die Stadtverwaltung Bingen, dass bei der Beschaffung von Dienstbekleidung darauf geachtet wird, wenn möglich fairgehandelte Produkte zu bestellen, doch hat „Fairtrade“ auch etwas mit Klima- und Umweltschutz zu tun? Die Antwort lautet eindeutig „ja“.
Zwar ist der ursprüngliche Gedanke des „Fairtrade-Siegels“ eher im sozialen Bereich zu Hause, doch auch die „Förderung nachhaltiger Lebensgrundlagen“ gehörte von Anfang an zu den Grundsätzen des Fairen Handels. Denn menschenwürdige Lebensbedingungen sind unmittelbar an einen nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und den Schutz vor Umweltschädigungen geknüpft.
So es ist also nicht verwunderlich, dass der Bereich „Fairtrade-Stadt Bingen“ verwaltungsmäßig in der Umweltabteilung angesiedelt ist.
Im vergangenen Jahr konnte Bingen zum dritten Mal seine Titelerneuerung feiern. Für die Rezertifizierungen, die alle zwei Jahre durch den gemeinnützigen Verein TransFair e.V. erfolgen, muss stets der Nachweis erbracht werden, dass die Kriterien einer Fairtrade-Stadt wie Bildung bzw. Fortbestehen einer Steuerungsgruppe, Angebot und Ausschank von Produkten aus fairem Handel in Einzelhandel & Gastronomie, Einbeziehung öffentlicher Einrichtungen sowie die Berichterstattung durch die örtlichen Medien weiterhin eingehalten werden und nicht nur ein Lippenbekenntnis sind.
Zudem muss ein stetiger Prozess erkennbar sein, der den Fairtrade-Gedanken weiter und nachhaltig in Verwaltung und Bevölkerung verankert. Herzstück ist dabei die Steuerungsgruppe, in der mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen und Verwaltung, ganz unterschiedlicher Kräfte zusammen kommen. Hier laufen die inhaltlichen und organisatorischen Fäden zusammen, werden Ziele definiert sowie Aktionen und Aktivitäten vor Ort koordiniert.
Für Oberbürgermeister Thomas Feser, den Vorsitzenden der Steuerungsgruppe, ist es eine Herzensangelegenheit, bewusste Entscheidungen zugunsten des fairen Handels zu treffen und die Bürgerinnen und Bürger entsprechend zu sensibilisieren. „Man kann nicht von oben herab vorschreiben, was getan werden muss. Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger aber dazu bringen, dass sie über Ausbeutung von Mensch und Natur nachdenken und durch ihr Konsumverhalten Einfluss und damit Verantwortung übernehmen. Wir alle müssen unsere Verhaltensweisen hinter-fragen“, so das Stadtoberhaupt, „und möchten als Verwaltung mit gutem Beispiel vorangehen.“ Nachhaltige und faire Beschaffung, das heißt Produkte und Dienstleistungen zu beziehen, die umweltschonend unter fairen Arbeitsbedingungen produziert werden, wird bei uns gelebt wie die aktuelle Ausstellung in der Bücherei im Rahmen der Fairen Woche zeigt.
Bereits 2010 ist die Stadt Bingen der Konvention 182 der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) gegen ausbeuterische Kinderarbeit beigetreten. Mit der Unterzeichnung der Resolution „Kommunen für ein starkes Lieferkettengesetz“ durch den Stadtrat Anfang 2021 erfolgte ein weiterer konsequenter Schritt der Fairtrade-Stadt Bingen nachhaltige Lebensgrundlagen zu fördern. 60 Prozent aller öffentlichen Aufträge erfolgen durch die Kommunen, die damit einen wesentlichen Einfluss auf eine nachhaltige und gerechtere Weltwirtschaft nehmen können.

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