„Eine Ära, eine Epoche geht zu Ende“

Oberbürgermeisterin a. D. Birgit Collin-Langen, Hauptamtsleiter a. D. Hans-Karl Kiehn, Hauptamtsleiterin Angelika Middelmann und Oberbürgermeister Thomas Feser (v. l.) wünschen Ursula Kneisch (rechts daneben Ehemann Thilo) alles Gute für die Zukunft.

OB-Assistentin Ursula Kneisch nach fast 50 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet

Als „besonderes Datum“ bezeichnete Oberbürgermeister Thomas Feser den gestrigen Montag – galt es doch eine langjährige und wahrlich treue Mitarbeiterin in den wohlverdienten Ruhe-stand zu verabschieden. „Vorzimmerchefin“ Ursula Kneisch verlässt nach sage und schreibe 46 Dienstjahren die Binger Stadtverwaltung.

„Nahezu ein halbes Jahrhundert lässt sich nicht einfach in einem Papier zusammenfassen und auch nicht in wenigen Worten schildern“, so Oberbürgermeister Feser im Rahmen der Verabschiedung, zu der sich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauptamtes, weitere Kolleginnen und Kollegen sowie frühere Vorgesetzte auf dem Burghof eingefunden hatten.

„Sie könnten sicher ein ,Opus Magnum‘ schreiben über das ,Universum Stadtverwaltung‘, ein mehrbändiges Werk. Manchmal Thriller, manchmal Satire, manchmal Drama und häufig mit Happy End, nie jedoch langweilig“, so Thomas Feser. „Drei Oberbürgermeister und eine Oberbürgermeisterin haben Sie kommen und auch gehen sehen und Sie haben alle Stadtoberhäupter loyal begleitet und mit vollem Engagement und voller Kraft unterstützt. Sie waren ganz einfach eine perfekte Assistentin, Dreh- und Angelpunkt der Verwaltung.“

Jeder habe seine eigenen Geschichten mit Ursula Kneisch, habe Bilder und Erinnerungen im Kopf, die mit ihr zu tun haben. Jeder wusste, dass man bei ihr Hilfe bekam, denn sie kenne die Verwaltung wie sonst nur noch wenige, hob der Binger Stadtchef hervor. „Sie waren der Fels in der Brandung, Ratgeberin, Vertraute, Herrin des Terminkalenders und Hüterin des OB-Büros. An Ihnen kam niemand vorbei – und Sie wussten, was Chefsache ist oder sein muss – und was nicht.“

Sie habe mit klarem Verstand, Menschenkenntnis und Urteilsvermögen, Managementtalent und Fingerspitzengefühl, Autorität und Kollegialität, die verschiedensten Aufgaben gemeistert, das eine oder andere Steckenpferd der Amtsinhaber toleriert oder mitgetragen, stets für Wohlbefinden und gute Atmosphäre gesorgt, Steine aus dem Weg geräumt, sich bei Erfolgen mitgefreut, bei Problemen mitgelitten und durch ihre Arbeit maßgeblich zur Weiterentwicklung unserer Stadt beigetragen, betonte Oberbürgermeister Feser.

„Das heutige Datum ist ein bisschen wie Weihnachten – man weiß genau, wann das Ereignis stattfindet und doch kommt es am Ende so überraschend schnell auf einen zu. Ein Vorzimmer ohne Ursula Kneisch, von vielen Usch genannt, das kann man sich einfach nicht vorstellen. Darum ist es heute auch nicht übertrieben zu sagen: eine Ära, eine Epoche geht zu Ende.“

Für unendlich viele Weinpräsente, Blumensträuße und Buchpräsente hat sie gesorgt, Briefe, Reden, Vermerke, Berichte, Unterschriftenmappen und die Post gingen durch ihre Hände und dabei habe sie stets mit freundlicher Verbindlichkeit agiert.

Mit den Worten „Liebe Frau Kneisch, einfach Danke zu sagen erscheint mir zu wenig, aber ich denke, Sie wissen, dass ich tatsächlich von ganzem Herzen dankbar bin. Dankbar für Ihre Tatkraft, Ihre Einsatzfreude, Ihre Integrität, unsere wunderbare Zusammenarbeit. Ab heute werden Sie Ihr Leben neu einrichten. Dafür wünsche ich Ihnen alles Gute, Gesundheit und Lebensfreude und ich hoffe, Sie denken ebenso gerne an uns zurück wie wir, wie ich, an Sie“, schloss Oberbürgermeister Thomas Feser seine Ansprache.

Auch Hauptamtsleiterin Angelika Middelmann sowie die anwesenden Kolleginnen und Kollegen schlossen sich den guten Wünschen an die zukünftige Ruheständlerin an.

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