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Benefizprojekt des Freundeskreises Museum am Strom

Mi 02.10.2019 | Pressemitteilungen

(v.l.n.r.) Prof. Dr. Klaus Becker, Vorsitzender des Freundeskreis Museum am Strom e.V., Anette Hammel, Oberbürgermeister Thomas Feser und Dr. Matthias Schmandt werben für die Restaurierung des Binger „Giraffenflügels“; Foto: Stadt Bingen

Der „Giraffenflügel“ im Museum am Strom wird 200 Jahre alt – und soll zu diesem Anlass wieder erklingen…

Zu den interessantesten und wertvollsten Objekten des Museums am Strom zählt ein „Giraffenflügel“: Das seltene Hammerklavier, das aufgrund der (zeittypischen) aufrechten Anbringung von Saiten und Resonanzboden seinen tierischen Namen erhielt, verweist auf die Anfänge des modernen Pianobaus. Entstanden ist es wohl 1820 in der Werkstatt des Wiener Meisters Franz Ignaz Seuffert. Etwa zehn weitere Klaviere dieser Herkunft und Zeitstellung sind heute noch bekannt – in Museen u.a. in Washingten, Wien und Weimar.

Dass der Binger Flügel schon vor fast 160 Jahren von der Donau an den Rhein gekommenen war, legt eine unscheinbare Bleistiftbeschriftung im Innern nahe: Ihr zufolge ist das gute Stück am 23. August 1861 in Windesheim renoviert worden. Wer damals der Auftraggeber war, ist ungeklärt, denn leider kennen wir die ersten Eigentümer des Flügels nicht. Gewiss ist nur, dass er Jahrzehnte später in das Heimatmuseum auf Burg Klopp gelangte.

Dort ist das Instrument im 2. Weltkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, als ein Geschoss seine komplette Rückwand zerstörte. Als Ruine, nur mit Notabdeckung versehen, fristete das Stück seither sein Dasein: Bei einer äußerlichen Restaurierung im Jahr 2001 fanden sich im Korpus noch die Granatsplitter von 1944 als stumme Zeugen der Katastrophe. Heute erstrahlt das Stück wieder in altem Glanz und bildet ein echtes Highlight des „Salons der Goethezeit“ in der Rheinromantik-Ausstellung des Museums am Strom. Saiten und Hämmer, die Spielmechanik im Inneren des Flügels jedoch, sind noch immer weitgehend zerstört. Und so bleibt der Flügel stumm; beim Druck auf die Tasten ertönt rein gar nichts, und bisher hat noch kein Museumsbesucher sich an dem eindrucksvollen Klangbild, wie es diesen Instrumenten eigen ist, erfreuen können.

Doch dies soll sich ändern. Zu seinem 200. „Geburtstag“ im Jahre 2020 soll der Binger Giraffenflügel wieder vollständig spielbar sein – das hat sich jetzt der Freundeskreis Museum am Strom e. V. fest vorgenommen, der schon in den vergangenen Jahren immer wieder mit kleinen, aber feinen Benefizkonzerten für „Musik im Museum“ gesorgt hat. Daher wird das Instrument jetzt in die Frankfurter Werkstatt eines Spezialisten für historische Klaviere gebracht; sein Platz im Museum bleibt in diesem Herbst also verwaist.

Um das hochgesteckte Ziel einer vollständigen Sanierung, das enorme Kosten mit sich bringt, erreichen zu können, ist der Verein jedoch auf die Unterstützungen von Musik- und Museumsfreunden in der Binger Bürgerschaft angewiesen – und dies nicht nur in finanzieller Hinsicht. Auch um die Provenienz und die offenkundig wechselhafte Objektgeschichte des Instrumentes, über das keine Akten im Museum erhalten sind, rekonstruieren zu können, ist man für jegliche Hinweise auf die Herkunft des Stückes dankbar.

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Feser, der die Initiative des Vereins nachdrücklich begrüßt, richtet der Vorsitzende Prof. Dr. Klaus Becker sich daher an alle Bingerinnen und Binger, die hier womöglich weiterhelfen können.

Wer etwas über den Binger Giraffenflügel berichten kann, erreicht das Museum täglich unter der Tel. Nr. 06721/184360 oder per Email an matthias.schmandt@bingen.de

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