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„Abschreiben ausdrücklich erwünscht!“

Di 26.02.2019 | Pressemitteilungen

Auch Oberbürgermeister Feser „schreibt ab“. Neben ihm (v. li.) Bibliotheksleiterin Satu Bode, Museumspädagogin Sabine Markowski und Kulturamtsleiter Dr. Matthias Schmandt (re.).

Ab dem 10. März erweist Bingen dem Schreiben mit der Hand die Ehre

„O wie schwer ist das Schreiben, es trübt die Augen, quetscht die Nieren und bringt allen Gliedern Qual.“ Mit so bitteren Worten hat sich ein armer Mönch im 8. Jahrhundert beklagt, der Tag für Tag im Skriptorium seines Klosters damit beschäftigt war, das Wissen vergangener Jahrhunderte seinen Zeitgenossen zugänglich zu machen. Heute schützen uns längst elektrisches Licht und ergonomische ausgereifte Schreibtischstühle vor Gesundheitsschäden beim Schreiben. Bloß: Wer nimmt überhaupt noch einen Stift in die Hand, wenn er per WhatsApp kommunizieren und das Wissen der Welt einfach aus Wikipedia und Co. in die eigene PowerPoint-Präsentation übertragen kann? Im Rahmen des Programmes „Kulturtechniken ausprobieren“ der KulturRegion FrankfurtRheinMain und gefördert von der Flughafenstiftung Frankfurt erweist die Stadt Bingen am Rhein jetzt dem Schreiben mit der Hand die Ehre. Ab dem 10. März sind alle Interessierten herzlich dazu eingeladen, an wechselnden Orten in der Stadt gemeinsam den Roman „Erzähler der Nacht“ von Rafik Schami abzuschreiben. Die erste Seite seines Buches hat der Autor schon höchstpersönlich selbst kopiert und auch Oberbürgermeister Thomas Feser hat anlässlich der Projektvorstellung vor der Presse eine Seite abgeschrieben. Jetzt sind die Bingerinnen, Binger und natürlich auch die Gäste an der Reihe…

Die „Schreib-Station“ wird ihr Quartier unter anderem in der Stadtbibliothek beziehen, für die gerade der Neubau im „Kulturquartier“ inmitten der Stadt entsteht. So wird das „Abschreibeprojekt“ auch zum Countdown: Denn während sich die Seiten füllen, schreiten die Bauarbeiten fort (am Dienstag, 16. April wird Richtfest gefeiert) und das fertige „Buch der Binger“ wird schließlich durch Oberbürgermeister Thomas Feser feierlich dem neuen Binger „Haus der Bücher“ übergeben.

Zuerst aber steht die „Schreib-Station“ im „Skriptorium“ des Museums am Strom, wo nachvollziehbar wird, dass auch die Werke einer Hildegard von Bingen seinerzeit erst durch mühsames Abschreiben an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Passend dazu präsentiert das Museum vom 10. März an die Ausstellung „Schriftkunst – Reine Form und innere Melodie“ mit Werken der Künstlerin Julia B. Silbermann, die der „inneren Stimme“ eines Textes nachspürt. So sind filigrane Initialen und Illustrationen in zeitgenössischen Bildkompositionen entstanden. Die Museumspädagogik trägt einen bunten Reigen von Veranstaltungen rund um‘s Schreiben und Büchermachen bei: Am 6. April steht der ganztätige Workshop „Brushlettering für Einsteiger“ auf dem Programm. Hier wird vermittelt, wie man einem Pinselstift (Brushpen) die unterschiedlichsten Linien entlockt und Texte kalligrafisch gestalten kann. „Vom Heft zum Buch“ heißt das Motto am Internationalen Museumstag, wenn ein Buch-Profi leicht erlernbare handwerkliche Techniken des Buchbindens für verschiedenste Anwendungen vorstellt. Und am 6. Juni lädt der Schauspieler Felix von Manteuffel, der Schamis „Erzähler der Nacht“ als Hörbuch eingelesen hat, zu einer Lesung ein.

„Mir ist es ein großes Anliegen, den Respekt vor dem geschriebenen Wort, vor Buch und Schrift, vor Wissen und Bildung in unserer Stadt aufrecht zu erhalten und insbesondere auch an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Deshalb bauen wir als Stadt Bingen ja gerade eine neue Stadtbibliothek und investieren Jahr für Jahr ordentliches Geld in kulturelle Bildungsangebote. Das Projekt „Abschreiben ausdrücklich erwünscht!“ war mir daher von Anfang an besonders sympathisch: Hier sind alle Bingerinnen und Binger dazu eingeladen, dabei zu sein, wenn ein Buch entsteht“, so Oberbürgermeister Thomas Feser. 

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