Vor 80 Jahren: US-Soldat repariert Leitungen
Das Foto ist auf den Tag 80 Jahre alt – aufgenommen am 8. April 1945 in Bingerbrück – und damit genau einen Monat vor der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945.
Das Foto trägt den US-Kommentar „Sgt. Stanley Barreteau (aus New York, New York), befestigt freiliegenden Draht an einem Isolator in Bingen, Deutschland“. Er gehört zum „40th Signal Battalion“ der U.S. Twelfth Army Group, das an einem Projekt mit freiliegenden Versorgungsleitungen arbeitet, dem größten seiner Art, das jemals von einer Signaleinheit durchgeführt wurde. Im Hintergrund ist der Rhein zu sehen.“
Während in Bingen bereits einige Strom- und Telegrafen-Verbindung repariert wurden, war der Krieg in anderen Teilen Deutschlands noch in vollem Gange. Der 8. April 1945 ist auch verbunden mit dem verheerenden Bombenangriff auf das historische Halberstadt, sowie den Angriffen auf Sondershausen und Celle.
Auf dem Güterbahnhof Celle geriert ein Räumungstransport-Zug mit 3420 Häftlingen der Neugammer Außenlager Salzgitter-Stadt und Salzgitter-Drütte, sowie Holzen, die nach Norden verlegt werden sollten, in den Bombenhagel. Mehrere hundert Häftlinge kamen in den Waggons ums Leben. Einige konnten fliehen, wurden aber von SS-Wachmannschaften verfolgt, die 200 Flüchtlinge töteten.
Es war auch der Tag, an dem an der Ostfront in der Schlacht um Königsberg (heute Kaliningrad) die deutschen Soldaten eingekesselt wurden und eine Kapitulation ablehnten, da sie einen Ausbruch nach Westen unter Mitnahme der Zivilbevölkerung planten. Dieses Vorhaben wurde ihnen aber vom Oberbefehlshaber der deutschen 4. Armee, General Friedrich-Wilhelm Müller, untersagt. Nach schwerem russischem Beschuss musste die Garnison Königsberg dann doch bereits einen Tag später, am 9. April 1945, kapitulieren. 42.000 deutsche Soldaten waren gefallen, 92.000 kamen in sowjetische Gefangenschaft.