Panorama-Aufnahme mit Einwohnerzahlen (No 288)
Die Aufnahme zeigt Bingen und das Bahngelände in Bingerbrück vor rund 100 Jahren.
In der Bildmitte erhebt sich die Basilika über die Dächer der Stadt. Rechts davor ist, erkennbar an dem kleinen Türmchen, die alte Mädchenschule zu sehen, das heutige Pfarrzentrum. Davor befand sich der Pfarrhof in der Pfarrhofstraße, der im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört wurde. Heute liegt dort der Carl-Puricelli-Platz.
Auf Höhe der Zehnthofstraße erkennt man in der Nahe die „Hullabrücke“ – einen schmalen hölzernen Steg auf Pontons mit jeweils einem Handlauf an beiden Seiten. Die Hullabrücke war damals neben der Drususbrücke die einzige für Fußgänger nutzbare Querung über die Nahe. Die Eisenbahnbrücke diente ausschließlich dem Schienenverkehr und war für Personen nicht passierbar.
In der rechten Bildhälfte dominiert die Burg Klopp. Von ihr nach links abfallend ist noch ein Rest der alten Stadtmauer mit einem kleinen Turm zu erkennen.
Auf der Bingerbrücker Seite lässt sich am Naheufer die Nikolauskapelle ausmachen. Oberhalb davon verläuft die frühere Herterbrücke über die Bahngleise in Richtung des damaligen Herter-Hauses – der heutigen „Villa am Rupertsberg“, Sitz des Stadtarchivs.
Die Aufnahme trägt zudem einen interessanten handschriftlichen Vermerk zu Bingen im Jahr 1925: „1.086 Häuser; 9621 Christen; 501 Juden; 10.186 Erw. [Erwachsene]; 2534 Ev. [Evangelisch]“.