Mit einem PS in Sponsheim unterwegs (No 284)
„Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt“ – so beginnt ein bekanntes Kinderlied. In unserer Region waren es jedoch oft keine Pferde, sondern Ochsen, die den Wagen zogen. Statt mit Pferdestärken waren die Landwirte unserer Region mehrheitlich mit Ochsenstärke unterwegs, die Wagen oder auch den Pflug zogen. Ein Pferd konnte sich längst nicht jeder leisten; Ochsen waren günstiger und einfacher zu halten.
In kleineren Betrieben, etwa dort, wo wenige Wingerte im Nebenerwerb bewirtschaftet wurden, kam oft eine Kuh zum Einsatz. Sie zog nicht nur Wagen und Pflug, sondern lieferte zugleich Milch für die Familie – wenngleich sie in der Zeit ihres Arbeitseinsatzes deutlich weniger Milch gab als ihre Artgenossinnen, die als reine Milchkühe im Stall standen.
War besonders viel Kraft gefragt war, um schwere Lasten zu transportieren, beauftragte man den örtlichen Lohnfuhrunternehmer mit seinem Pferdegespann. Nicht unüblich war es auch, sich von ihm gegen Entgelt ein Pferd für einen halben oder ganzen Tag zu leihen.
Nach und nach wurden die Vierbeiner durch vier Räder mit Motoren ersetzt und verschwanden aus dem alltäglichen Straßenbild. Bis auf einzelne Arbeitsschritte – wie etwa das Biegen der Reben in den Weinbergen – ist die Arbeit dank der Technik weitgehend mechanisiert.
Auch der Begriff Pferdestärke (PS) hat sich gewandelt. Heute spricht man von kW, der Leistung in Kilowatt.
Das Foto vom 8. August 1966 zeigt Franz Koblitz in Sponsheim. Immerhin hat sein "Plugskarren" bereits Gummiräder. Die Deichsel verfügt aber noch über metallbeschlagene Holzräder.