Eine alte Postkarte
Auf der 1906 gelaufenen Postkarte mit dem heute kitschig anmutenden Spruch hat die Absenderin zusätzlich einen persönlichen Reim in Kurrentschrift notiert - vermutlich können ihn nur die wenigsten von Euch entziffern.
Wenn Ihr alte Dokumente oder Schriftstücke besitzt, die in Sütterlin oder der noch älteren Kurrentschrift verfasst sind und deren Inhalt Euch interessiert, kann Euch wahrscheinlich die Sütterlin-Stube weiterhelfen. Auch bei alten Einträgen aus Kirchenbüchern – etwa zu Geburten oder Eheschließungen, die früher handschriftlich in lateinischer Sprache und mit zahlreichen Abkürzungen angelegt wurden – findet Ihr dort Hilfe.
Die ehrenamtlich Aktiven der Historischen Gesellschaft Bingen, dem Förderverein des Stadtarchivs, treffen sich an jedem 2. und 4. Donnerstag im Monat von 10 bis 12 Uhr zur Sütterlin-Stube in der Villa am Rupertsberg, Bingerbrück, Rupertsberg 16 und transkribieren solche Schriftstücke. Interessierte können einfach mit ihren Unterlagen vorbeikommen. Die nächsten Termine sind der 22. Mai und der 12. Juni 2025.
Die Absenderin hat das Schreiben der Karte offensichtlich genutzt, um die Wartezeit im Binger Bahnhof zu überbrücken – und dem Empfänger einen kleinen Gruß zu schicken. Der handschriftlich verfasste Reim lautet:
Im Wartesaal in Bingen
Die Zeit rumzubringen
Schenk ich dir ein Gruß
Und damit gleich Schluß.
Sophie