Die Kaufhassegasse (No 298)
Heute ist die Kaufhausgasse eine ruhige Straße an der Westseite des CityCenters (CCB).
Hier befindet sich auch der Ausgang der Zwischenebene des CCB. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite liegen die Rückseiten der Häuserreihe am Freidhof mit dem Stefan-George-Haus und dem Haferkasten.
Ihren Namen verdankt die Gasse übrigens nicht dem Karstadt-/Hertie-Kaufhaus, aus dem vor rund zehn Jahren das CityCenter entstand. Die Bezeichnung ist vielmehr schon viele Jahrhunderte alt. Bereits 1417 findet sich der Hinweis „Hus zu wysen Swanen hinder dem Kaufhuse“, und von 1656 ist die Bezeichnung „in der Kaufhausgasse“ überliefert. Hier befand sich einst ein Kaufhaus für die Lohgerber des nahegelegenen Gerberviertels sowie für die Schumacher, die das gegerbte Leder weiterverarbeiteten.
Die beiden Fotos stammen aus dem März 1966. Auf dem ersten Foto ist die frühere Bebauung mit den kleinen, oft nur eingeschossigen Häusern noch gut zu erkennen. Das Gasthaus „Zum Rebstock“ war zu diesem Zeitpunkt bereits aufgestockt und zählte zu den beliebten und gut besuchten Gaststätten. Die durch Rollläden verschlossenen hohen Fenster des Hauses am rechten Bildrand lassen darauf schließen, dass sie als Schaufenster genutzt wurden.
Zum zweiten Foto gibt es den Hinweis, dass links im Bild das „Anwesen Frosch“ zu sehen ist. Der Blick geht somit nach Norden. Die Firma Frosch befindet sich auch heute noch an dieser Stelle.
Die Mauer auf der rechten Seite grenzte an den Garten des damaligen städtischen Weinguts. Das Gelände gehörte ursprünglich zum jüdischen Weingut Meyer & Coblenz, dem Elternhaus von Ida Dehmel-Koblenz und Alice Bensheimer, geb. Coblenz (siehe #ArchivDingsTag vom 23.12.2025). Nach der nationalsozialistischen Arisierung ging das Anwesen in städtischen Besitz über und wurde als städtisches Weingut genutzt.
#ArchivDingsTag, 4. August 2026