Die Binger Pontonbrücke

Vor 80 Jahren waren die alliierten Truppen auf dem zügigen Vormarsch. Am 18. März 1945 erreichten sie von Weiler kommend Bingerbrück. Da die Drususbrücke zerstört war, setzte die 2. Schwadron der 42. US-Aufklärungstruppe bei Gensingen über die Nahe und erreichte über Sponsheim und Dietersheim am 19. März 1945 Büdesheim und am 21. März Bingen (siehe die beiden letzten ArchivDingsTag-Posts).

Die Pontonbrücke, die 1945 in der Nähe der ehem. Stadthalle über den Rhein führte.Die deutschen Soldaten hatten den Befehl, bei ihrem Rückzug alle Brücken zu sprengen, in der irrigen Annahme, damit die Alliierten aufhalten zu können. Am 15. März 1945 wurde die Hindenburgbrücke gesprengt, am 17. März 1945 die Drususbrücke sowie die Eisenbahnbrücke und die Herterbrücke. Reste der Eisenbahnbrücke auf Binger Seite sogar erst am 18. März 1945, als die Amerikaner bereits in Bingerbrück waren.

Es waren sinnlose Zerstörungen „die die Amerikaner nur belächeln“ schreibt Franz Herter in seinem Tagebuch, denn „fast so schnell wie unsere Pioniere die Brücken gesprengt haben, haben die Amis sie wieder aufgebaut“. Die Drususbrücke war am 5. April 1945 wieder befahrbar war und am Binger Rheinufer konnten die Militärfahrzeuge an jenem Tag bereits über eine innerhalb von zwei Tagen errichtete Pontonbrücke den Fluss queren.

Die Instandsetzung der für den Vormarsch nicht relevanten Eisenbahnbrücke und der Herterbrücke dauerte dagegen viele Jahre und die Hindenburgbrücke ist bis heute nicht wieder aufgebaut.

Unsere Bild zeigt die Binger Pontonbrücke. Ihr Standort war circa 50 Meter östlich der alten Stadthalle am Kriegerdenkmal (Obelisk). Bis zum offiziellen Kriegsende stand auf Binger und Rüdesheimer Seite jeweils eine US-Flak zur Abwehr eventueller deutscher Luftangriffe.  

Die Informationen und Daten verdanken wir Aufzeichnungen von Zeitzeugen. Dem Tagebuch von Franz Herter aus Bingerbrück und den Aufzeichnungen von Rosel Brandt aus Büdesheim, die uns vor einigen Wochen dankenswerterweise von der Familie zur Verfügung gestellt wurden. Zeitungen gab es erst wieder im Oktober 1945.

Sollten auch in euren Familien zeitgeschichtliche Aufzeichnungen von Eltern/Großeltern/Urgroßeltern vorhanden sein, würden wir uns freuen, wenn ihr uns diese im Original oder als Kopie zukommen lassen würdet.

#ArchivDingsTag, 25. März 2025