Der 600 Jahre alte Brunnen am Freidhof

Vor 50 Jahren war der Freidhof das Ziel von Archäologen und Heimatforschern. Auch die Bevölkerung nahm regen Anteil an dem, was auf dem Gelände geschah und was die Bagger zutage förderten.

Beim Foto wurde vermerkt: "Die Herren Maldauer (Polier) aus Niederheimbach und Dragan aus Jugoslawien bei der Aufmauerung des Brunnenschachte".Schon bei den Ausschachtungsarbeiten für das Karstadt-Gebäude (heute CityCenter) wurden zahlreiche Funde aus allen Jahrhunderten seit der Römerzeit gemacht. In dem Untergrund kamen auch drei größere Brunnen und zwei kleinere Hausbrunnen zum Vorschein, die für die Überbauung eingeebnet wurden.

Ähnliche Erwartungen gab es auch für die Arbeiten zum Bau des neuen Kulturzentrums und der Neugestaltung des Freidhofs.

Das Areal, das früher – vor den Aufschüttungen am Rhein- und Naheufer – näher an der Nahemündung lag, ist altes Binger Siedlungsgebiet und war bereits in römischer Zeit bebaut. Man wartete also gespannt auf die Funde, die durch die Bagger ans Tageslicht gefördert würden – und wurde nicht enttäuscht. Neben Mauerresten, Scherben und Gebeinen stieß man auch auf drei alte Brunnen.

Dieses Foto zeigt, wie der mittelalterliche Brunnen bei Bauarbeiten aufgefunden wurde.Da an der Stelle des dritten Brunnens keine neue Überbauung geplant war, entschied man, ihn als historisches Zeugnis zu erhalten und in die Gestaltung des Außenbereichs zu integrieren. Den Aufzeichnungen zufolge stammt der Brunnen aus dem 15. Jahrhundert und ist somit rund 600 Jahre alt.

Bei seiner Entdeckung war der Brunnen bis auf Straßenniveau abgetragen und mit einer gewölbten Ziegelmauer abgedeckt. Für den Erhalt wurde er erneut aufgemauert.

Das querformatige Foto zeigt „die Herren Maldauer (Polier) aus Niederheimbach und Dragan aus Jugoslawien bei der Aufmauerung des Brunnenschachte“', so die Notiz zum Bild und das zweite Foto die Auffindesituation.

Im Bereich des entdeckten zweiten Brunnens steht heute die im Zuge der Umgestaltung errichtete Brunnenanlage im Grünbereich des Kulturzentrums, nahe dem Übergang zur Basilikastraße. So blieb das Element Wasser an diesem Ort weiterhin präsent.

#ArchivDingsTag, 4. März 2025