Das Binger Rheinufer früher
Das Rheinufer war über alle Jahrhunderte ein wichtiger Teil von Bingen. Wo heute Touristen ungestört flanieren und genießen, musste sich diese früher das Ufer mit dem Hafenbetrieb, der Hafenbahn und Fuhrwerken teilen.
Güter aus der Region – vor allem war es Wein – wurden hier verzollt und an Empfänger in aller Welt verladen. Im Gegenzug waren es zum Beispiel Kohle aus dem Ruhrgebiet und weitere Handelsgüter, die entladen und per Bahn oder motorisierten Fahrzeugen weitertransportiert wurden.
Es war auch Ankerplatz für die Schiffe, denn bei einbrechender Dunkelheit war das Binger Loch nicht mehr befahrbar. Am Ufer wurde auch Wäsche gewaschen und auf der Bleichwiese in Höhe des heutigen NH-Hotels ausgelegt.
1826 reagierte man auf die zunehmende Zahl von Touristen und plante die Erneuerung der „Quais“ an Rhein und Nahe „um daselbst angebrachte Mistkäuten und sonstige Cloaken zu verbauen“. Mit den weiteren Verschönerungen 1840 und dem Bau einer Kaimauer, dem „Rhein-Quai“, hatte sich bereits eine deutliche Wandlung vollzogen.
Der große Wurf gelang mit den beachtlichen Aufschüttungen in den 1890er Jahren als die Uferlinie um ein beachtliches Stück in den Rhein verlagert wurde und nun Platz für eine intensive touristische Nutzung bot (Hindenburg-Anlage). In Richtung Osten stand der neu gewonnene Raum für die Errichtung von Lagerhallen und die Ansiedlung von Firmen zur Verfügung. Der neue „Sicherheitshafen“ gewährte den Lastkähnen Schutz.
Durch wirtschaftliche Veränderungen verlor der Hafen in den 1990er Jahren an Bedeutung und eröffnete damit die Möglichkeit zur Ausweitung der Rheinanlagen, die im Rahmen der Umgestaltung zur Landesgartenschau 2008 umgesetzt wurde.