Brand im Kinderheim Jägerhaus
Heute vor 50 Jahren, am 21. Januar 1975, qualmte es im Kinderheim Jägerhaus im Binger Wald aus allen Ritzen und Fugen.
Funken, die von einem durchgebrannten Heizungsrohr ins Holz des Dachstuhls gesprungen waren, hatten diesen in Brand gesetzt. „Ein ‚dankbares Opfer‘ fand das Feuer auch in einer mit trockenem Heu gefüllten Kiste“, notierte die AZ in ihrem Bericht am nächsten Tag.
Vor Ort waren Arbeiter mit Elektroarbeiten beschäftigt, die mit herbeigeschleppten Wassereimern bereits erste Löschversuche unternommen hatten.
Die schnell eintreffende Feuerwehr Waldalgesheim legte in Windeseile eine Schlauchleitung zum nahe gelegenen Morgenbach. Bei den Löscharbeiten wurde sie von den ebenfalls zügig eintreffenden Wehren aus Bingerbrück, Büdesheim und Bingen unterstützt. So konnte der Brand schnell gelöscht werden. Personen kamen nicht zu Schaden.
Vor hundert Jahren wurde es 1925 als „Waldschulheim Waldfrieden“ gebaut. 1944/45 als Notkrankenhaus. In der Nachkriegszeit konnten dort Hamburger Schulklassen für einige Zeit etwas Abstand von der Trümmerlandschaft gewinnen. Dann fungierte es eine Zeitlang als Altenheim.
1961 schloss Studienrat Johannes Müller („Kaplan Müller“ nannten ihn die Binger) mit der Stadt einen Nutzungsvertrag und ab Februar konnten dort Schulklassen und Jugendgruppen Freizeiten verbringen. 1977/78 wurde es grundlegend saniert und ein Flügel angebaut. Seit 2020 steht es leer.
Inzwischen hat sich ein neuer Pächter gefunden. Nach einem Umbau soll es Gruppen, Familien, Wanderern und Radfahrern eine neue Unterkunft bieten.
Die Fotos zeigen das Haus vor 100 (1925) und vor 50 Jahren (1975).
#ArchivDingsTag, 21. Januar 2025