50 Jahre Seniorenstift St. Martin
Seit Oktober 1973 war ein Großprojekt entstanden, das am 14. Februar 1975 offiziell eingeweiht wurde: das Seniorenzentrum Stift St. Martin der Carl Puricelli’schen Stiftung Sophienhaus. Das galt sowohl für die Größe des Gebäudes, das sich auf dem Gelände zwischen Mainzer Straße und Vorstadt erstreckte, als auch für die Investitionssumme von neun Millionen D-Mark. Zwei Millionen Mark trug die Stadt Bingen, 1,4 Millionen das Land Rheinland-Pfalz. Weitere Zuschüsse kamen vom Landkreis Mainz-Bingen und der Diözese Mainz bzw. wurden über ein Darlehen finanziert.
Bereits im Januar hatten die ersten Bewohner Einzug gehalten, die begeistert waren über die hellen Räume und den Panoramablick zum Rhein und das dortige Geschehen. Über die Mainzer Straße war man nah an der Fußgängerzone und auf der Nordseite liegen nur der Bahnhofsvorplatz und die Gleise zwischen dem Gebäude und den Rheinanlagen.
"Besondere Dankesworte richtete Pfarrer Frosch an die Stadt Bingen, sowie an die Mitglieder des Kuratoriums Ludwig Lüning [Beigeordneter] und Hans Böhm, ohne deren Einsatz das Werk so nicht möglich gewesen wäre. 80 Jahre lebt die Puricelli-Stiftung in Bingen. Sie hat die Krise zweier Weltkriege schmerzhaft erfahren müssen. Der 1. Weltkrieg vernichtete das gesamte Kapital der Stiftung, der 2. verwüstete Teile der Stiftungsgebäude. Aber der Stifterwille, Hilflosen zu helfen, blieb auch in Krisenzeit lebendig und hat den Hütern der Stiftung immer wieder die Kraft geschenkt, neu zu beginnen, Neuanfänge zu wagen“, beschreibt Pater Dr. Krasenbrink OMI den Tag.Der 2011 eingerichtete „Treff im Stift“ im Foyer des Seniorenzentrums ist zu einer beliebten Begegnungsstätte von Bewohnerinnen und Bewohner, Bürgern und Initiativen des Stadtteils mit vielfältigen offenen Angeboten geworden.
#ArchivDingsTag, 18. Februar 2025