1951 – die Basilika vor 75 Jahren (No 294)
Von 1910 bis Ende der 1950er Jahre wurde vom Dekanat Bingen ein „Katholischer Kirchenkalender“ herausgegeben, der durch Anzeigen und Spenden finanziert wurde.
Neben einer Kalendarik mit den Tagesheiligen gab es einen Rückblick auf das vergangene Jahr der Kirchengemeinde. Aber auch geschichtliche Themen sowie beispielsweise Sagen und Legenden fanden in dem Jahresheft ihren Platz.
Heute zitieren wir den Rückblick auf den „Sommer 1951“ aus der Ausgabe des Jahres 1952. Sechs Jahre nach Kriegsende sollte die Basilika endlich wieder ein Dach erhalten und der Innenraum des Hauptschiffs wieder nutzbar werden. Nach Kriegsende hatte man den Barbarabau – das ist der linke seitliche Anbau der Basilika – wieder so hergerichtet, dass darin Gottesdienste abgehalten werden konnten.
1951 bekam die Basilika ein neues Dach. Allerdings in einer vereinfachteren, preiswerteren Form als das durch Bomben zerstörte Vorgängerdach. “ Der Hochaltar wurde wiederhergestellt und aufgerichtet. Die ganze Stadt fieberte der Fertigstellung entgegen, auch als Hoffnungszeichen dafür, dass es nach den schlimmen Notjahren wieder aufwärtsgeht.
„[…] möchten wir noch ergänzend hinzufügen, daß nun während all den vergangenen Wochen und Monaten des Heiligen Jahres der Dachreiter unserer Basilika mit Schieder gedeckt wurde und im neuen Gewand wieder in alter Schönheit zum Himmel hinausragt. Aber weitere und dringliche Arbeiten stehen uns noch bevor: die Erneuerung der zerstörten Fenster, eine vorläufige Flachdecke, die Lichtanlage und endlich der Fußboden müssen noch wiederhergestellt werden, um unseren sehnlichsten Wunsch endlich erfüllt zu sehen, daß wir nämlich baldmöglichst wieder Einzug halten dürfen in unserer alt-ehrwürdige Basilika ‚Sankt Martin‘.
Anfang Juli war der H.H. Pfarrer aus seinem Genesungsurlaub wieder zurückgekehrt und sogleich wurden die Arbeiten in der Basilika mit Nachdruck fortgesetzt und vorwärtsgetrieben. Die Trennungswände zwischen Basilika und Barbarabau wurden wieder herausgenommen, der Hochaltar wurde von Spezialarbeitern aufpoliert, auch die Nebenaltäre, die Kanzel und ein Großteil der Figuren und Skulpturen wurden gereinigt und poliert. Die Restteile des Fußbodens wurden verlegt und die Restteile der Bögen und Wände wurden verputzt und angelegt. Es war ein emsiges Arbeiten und eine energische Anstrengung, um das Ziel zum festgesetzten Zeitpunkt zu erreichen. Und es wurde glücklich erreicht.“
Der endgültige Abschluss der baulichen Instandsetzung der Basilika erfolgte 1952.
#ArchivDingsTag, 7. Juli 2026