Luftakrobaten der Nacht

Fledermäuse

Graues LangohrDurch das gemeinsame Wirken von Natur und Mensch hat sich am Binger Loch ein Nebeneinander unterschiedlichster Lebensräumen mit außerordentlicher Artenvielfalt entwickelt. Im Park am Mäuseturm konnten 9 Fledermausarten von den in Deutschland vorkommenden 25 Arten nachgewiesen werden.

Sie bleiben für uns Menschen tagsüber meist unbemerkt. Erst mit der Abenddämmerung schwingen sich die Fledermäuse für die Jagd nach Insekten in die Lüfte. Sie sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Hierzu dienen ihnen dünne Flughäute, die sich von den Handgelenken bis zu den Fußgelenken und den Schwanz spannen. Zur Orientierung senden sie für das menschliche Ohr nicht hörbare Ultraschallwellen aus und erfassen das zurückgeworfene Echo.

Das Jahr der Fledermaus ist geprägt durch den Wechsel der Quartiere und Lebensräume. In den Wochenstubenquartieren ziehen bis zu 4000 Weibchen zusammen ihre Jungen auf. Ab August beginnt die Paarungszeit und die Fledermäuse geraten ins Schwärmen. Dann erklingen im Park die Balzgesänge der männlichen Rauhautfledermäuse. Für den Winterschlaf werden frostsichere Quartiere aufgesucht. Neben Felspalten, Stollengänge und Baumhöhlen nutzen viele Fledermausarten Quartiere an Gebäuden. Wenn die meisten Fledermausarten bereits tief schlafen, machen Langohrfledermäuse im Park noch Jagd auf Frostspanner.

Der häufigste Parkbesucher ist die Zwergfledermaus, eine der kleinsten Arten. Im Zwielicht der blauen Stunde kann man ihren akrobatischen Zickzack Flug mit Loopings und abrupten Richtungswechseln entlang der Hecken und Baumkronen bewundern.