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Virtual Reality im 19. Jahrhundert – die Stereoskopie und das Stereoskop
Das Objekt in der roten Vitrine ist ein Stereoskop, ein optisches Betrachtungsgerät, mit dem zwei leicht versetzte Bilder gleichzeitig angesehen werden können. Durch die Verarbeitung dieser beiden Bildeindrücke im Gehirn entsteht ein räumlicher, dreidimensional wirkender Seheindruck.
Stereoskope waren besonders im 19. Jahrhundert weit verbreitet und ermöglichten eine besonders anschauliche Betrachtung von Fotografien. Die Anfänge reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1838 entwickelte Charles Wheatstone das Stereoskop, mit dem zwei Einzelbilder zu einem 3D-Eindruck verschmolzen. Später machte David Brewster das Verfahren mit einem handlicheren Gerät einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Stereobilder erfreuten sich daraufhin großer Beliebtheit und machten Städte, Landschaften und ferne Orte auf besonders lebendige und wirklichkeitsnahe Weise erlebbar.
Auch als Werbemittel spielte das Stereoskop eine Rolle: Unternehmen, Städte und Reiseanbieter nutzten die räumliche Wirkung, um Produkte und Orte eindrucksvoll zu präsentieren. Die passende stereoskopische Kamera besaß meist zwei nebeneinanderliegende Objektive im Abstand der menschlichen Augen. So entstanden gleichzeitig zwei leicht unterschiedliche Bilder.
Das Stereoskop gilt als Vorläufer der heutigen 3D-Brille. Beide beruhen auf demselben Prinzip: Dem linken und dem rechten Auge werden leicht unterschiedliche Bilder gezeigt, die das Gehirn zu einem räumlichen Seheindruck zusammensetzt. Während dies beim Stereoskop noch mit einem optischen Betrachtungsgerät geschah, nutzt die moderne 3D-Brille dafür digitale Technik – etwa im Kino, in Computerspielen oder in der Virtual Reality. Damit markiert das Stereoskop einen wichtigen frühen Schritt in der Entwicklung dreidimensionaler Bilddarstellungen