Das Binger Ärztebesteck
Das Binger Ärztebesteck
Seit über 100 Jahren ist Bingen auch für die Archäologen ein besonderes Pflaster. Außerordentlich reich und bedeutsam sind die Funde, die von der Blütezeit der römischen Siedlung am Rhein-Nahe Eck zeugen.
Weltweit einmalig ist ein chirurgisches Instrumentarium aus dem 2. Jh. n. Chr., das im Sommer 1925 in einem Grab beim Ausbau einer Straße entdeckt wurde. In dem Grab befand sich neben einer Urne unter anderem eine große Bronzeschüssel mit 66 Gegenständen aus dem Besitz des verstorbenen Mediziners, in der Mehrzahl chirurgische Instrumente. Dieser Grabfund nimmt weltweit eine absolute Sonderstellung ein: Er ist mit seinen 67 Einzelteilen der umfangreichste zusammengehörige Satz antiker medizinischer Instrumente, der bis heute gefunden wurde.
Neben den einzigartigen Instrumenten aus der hohen römischen Kaiserzeit werden nun auch moderne chirurgische Geräte gezeigt. Die zeitgenössischen Werkzeuge werden den mittels 3D-Druck angefertigten Replikaten der antiken Originale direkt gegenübergestellt – ein eindrucksvoller Blick auf 2000 Jahre chirurgische Innovation. Gerade der unmittelbare Vergleich der jeweiligen Objekte macht die weit entwickelten chirurgischen Methoden und Kenntnissen evident, die im 2. Jahrhundert in der römischen Welt verbreitet waren, und zeigt augenfällig, wie antike Praktiken die moderne Medizin beeinflussten.
Der Schatz von Bingen
DVD "Der Schatz von Bingen – Das Instrumentarium eines römischen Arztes aus dem 2.Jh.n.Chr.".
Dr. Karl-Maria Heidecker, ehemaliger Chirurg, stellt im Film das römische Ärztesteck vor.
Die DVD ist im Museumshop für 14,95 € erhältlich.
Filmausschnitte aus der DVD:
| Schöpfkopfe | Skalpelle | Trepanation |