Seniorentage Bingen

09.07.2026

Beim Waldgang.

Waldgang zwischen Erholung und Klimastress

Der Binger Wald steht vor historischen Herausforderungen. Mit rund 2100 Hektar Gesamtfläche zählt die Stadt Bingen zu den fünf größten kommunalen Waldbesitzern in Rheinland-Pfalz. Auf einer Waldbegehung führte Revierleiter Maximilian Roffhack die Senioren durch sein Revier. Äußerst anschaulich und sympathisch verdeutlichte er den drastischen Wandel des Ökosystems, das heute drei Kernfunktionen erfüllt: Nutzung, Schutz und Erholung. Zudem dient das Areal als unverzichtbarer Kühlregulator sowie als riesiges Wasserreservoir. An einem der heißesten Tage des Jahres konnte man das nachempfinden.
Der Forst setzt bewusst auf artenreiche Mischwälder statt Monokulturen. Buche, Eiche, Erle und Tanne verleihen dem Revier hohe Abwehrkräfte. Um die natürliche Verjüngung zu fördern, stellte die Stadt bereits 2010 die Weichen für eine nachhaltige Regiejagd, wodurch angepasste Wildbestände den jungen Bäumen das Aufwachsen erleichtern.
Dennoch hinterlässt der Klimawandel tiefe Spuren. Seit Einführung des Monitorings zu Zeiten des ersten Waldsterbens in den 1980er-Jahren haben sich die Vitalitätsklassen dramatisch verschoben. Waren 1984 noch weite Teile als gesund eingestuft, hat sich das Blatt stark gedreht. Während Buche und Fichte massiv unter Trockenstress leiden, erweist sich die Eiche als resilienter Hoffnungsträger.Ein forstliches Highlight markiert eine rund 120 Jahre alte Douglasie. Der Streifzug endete am Morgenbach im Naturschutzgebiet Morgenbachtal. An diesem kühlen Rückzugsort nahe dem Ausgang der Steckenschläferklamm finden seltene Tierarten wie Eisvogel, Wasseramsel und Schwarzstorch eine geschützte Heimat. Anschließend gab es einen gemütlichen Ausklang im Jägerhaus.

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