Pilotprojekt „KI in der Parkraumüberwachung“

05.11.2026

Die Stadt Bingen erprobt seit dem 1. November KI in der Parkraumüberwachung.

Stadt Bingen testet digitales Lagebild für gezieltere Kontrollen

Die Stadt Bingen am Rhein erprobt seit dem 1. November 2026 gemeinsam mit dem Münchner GovTech-Unternehmen amtelligence ein digitales Lagebild für die Einsatzplanung der Parkraumüberwachung. Ziel des Pilotprojekts ist es, die vorhandenen Kräfte dort einzusetzen, wo sie für Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität am meisten bewirken, und auf Hinweise aus der Bürgerschaft schneller reagieren zu können.

Die Plattform von amtelligence verbindet anonymisierte Daten aus dem Fachverfahren OWi21 – etwa zu Ort, Zeit und Art eines Verstoßes – mit dem Erfahrungswissen der Mitarbeitenden im Innen- und Außendienst. Daraus können gemeinsame Lagebilder, Aufgabenübersichten und Vorschläge für die tägliche Einsatzplanung entstehen. OWi21 wird dabei nicht ersetzt, sondern ergänzt. Die fachliche Entscheidung über Kontrollen und das konkrete Vorgehen bleibt jederzeit bei den Mitarbeitenden des Ordnungsamts.

„Unsere Mitarbeitenden kennen Bingen und die örtlichen Besonderheiten sehr genau. Dieses Wissen möchten wir gezielt sichern und für das gesamte Team nutzbar machen“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Feser. „Digitale Werkzeuge sollen dort eingesetzt werden, wo sie im Arbeitsalltag spürbar entlasten und zugleich einen konkreten Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger schaffen.“

Im Mittelpunkt stehe dabei nicht das Ziel, mehr Verwarnungen auszustellen, betont der Oberbürgermeister. Vielmehr gehe es darum, Gehwege, Einfahrten und Rettungswege dort freizuhalten, wo der Handlungsbedarf besonders hoch ist. Bingen am Rhein mit seiner Kernstadt und den sieben Stadtteilen, dem Pendlerverkehr rund um den Bahnhof, dem Tourismus am Rhein sowie Veranstaltungen wie dem Winzerfest, stelle das Ordnungsamt täglich vor unterschiedlichste Herausforderungen.

Der kostenfreie Pilot ist zunächst auf vier Monate angelegt und läuft zum 28.02.2027 aus. Datenschutz und Personalrat wurden von Beginn an eingebunden. Verarbeitet werden ausschließlich freigegebene, anonymisierte Falldaten, etwa Tatzeit, Tatort, Tatbestand und Bußgeldhöhe. Namen, Kennzeichen, Halterdaten oder Fotos werden nicht übernommen. Eine Ortung von Mitarbeitenden oder Fahrzeugen findet nicht statt; ebenso gibt es keine Leistungs- oder Verhaltenskontrolle, keine Rankings und keine personenbezogenen Kennzahlen.

Logo Amtelligence„Ordnungsämter wissen sehr genau, wo es in ihrer Stadt hakt“, so Leon Pawelzik, der Gründer von amtelligence. „Wir sorgen dafür, dass dieses Wissen nicht nur in einzelnen Köpfen steckt, sondern dem ganzen Team jeden Tag zur Verfügung steht. Bingen zeigt, wie ein modernes Ordnungsamt arbeiten kann.“

Die Stadt Bingen am Rhein hatte das Unternehmen auf der Bitkom GovTech Expo kennengelernt und sich bewusst als Pilotstadt beworben. Nach Abschluss der Erprobungsphase wird gemeinsam ausgewertet, welchen konkreten Nutzen die Anwendung für die tägliche Arbeit des Ordnungsamts und für die Bürgerschaft bietet und ob die Zusammenarbeit fortgesetzt wird.

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