Nachfahren von Julius Woog betreiben Ahnenforschung in Bingen

02.06.2026

Oberbürgermeister Thomas Feser (5. v. r.) empfing im Beisein von Carl Woog (4. v. r.) und Hermann-Josef Gundlach (1. v. r.) die Nachfahren von Arthur und Julius Woog.

Oberbürgermeister empfängt Gäste aus den USA auf Burg Klopp

Oberbürgermeister Thomas Feser hat auf Burg Klopp Nachfahren von Arthur Woog, dem Bruder des Binger Mäzens und Geheimen Kommerzienrats Julius Woog (1865–1927), empfangen. Die neun Erwachsenen und zwei Kinder betreiben Ahnenforschung in Deutschland, um den Spuren ihrer Vorfahren zu folgen. 

Die Familie rund um Robert „Bob“ Woog stammt aus verschiedenen Bundesstaaten in den USA und besuchte vor dem Empfang durch den Oberbürgermeister bereits die ehemalige Synagoge, das Elternhaus in der Mainzer Straße sowie den jüdischen Friedhof in Bingen. Auf Burg Klopp informierten sich die Gäste über das Leben und Wirken ihres Vorfahren. Bereichert wurde der Austausch durch Beiträge des Heimatkundlers Carl Woog – nicht verwandt mit Julius Woog – sowie von Hermann-Josef Gundlach vom Arbeitskreis Jüdisches Bingen.

Die Gäste aus Amerika zeigten sich sehr bewegt von der Arbeit des 1997 gegründeten Arbeitskreises jüdisches Bingen. Auch Oberbürgermeister Thomas Feser lobte dessen Engagement. Der Arbeitskreis hat insgesamt 22 Bücher herausgegeben, darunter auch eines über Julius Woog, geschrieben von Carl Woog.

Julius Woog, 1865 als Sohn eines Weinhändlers in der Rathausstraße geboren, brachte es in Berlin zu Wohlstand und Ansehen. Seine Heimatstadt Bingen vergaß der Königlich Bayerische Kommerzienrat jedoch nie: 1909 schlug er die Gründung einer Aktiengesellschaft für den Bau der Binger Stadthalle vor. Das von ihm gestiftete Denkmal für Großherzog Ludwig IV. steht bis heute in der Hindenburgallee.

Der Name Woog ist eng mit der langen Tradition der jüdischen Gemeinde in Bingen verbunden. Bereits 1739 sind Familienmitglieder auf dem Jüdischen Friedhof beigesetzt worden. Nach Bingen  führt die Reise die Familie weiter nach Berlin und nach Litauen, woher Vorfahren mütterlicherseits stammen. 

Zurück zur Übersicht