Die Skulpturen-Triennale Bingen präsentiert das Thema für 2026 und stellt die Künstler*innen des neuen Förderprogramms vor
19.09.2025
Verbindung und Zusammenhalt - 7. Skulpturen-Triennale Bingen 2026
! Pressemitteilung der Gerda und Kuno Pieroth Stiftung Bingen !
Vom 16. Mai bis 4. Oktober 2026 findet unter dem Titel Verbindung und Zusammenhalt die 7. Skulpturen-Triennale in Bingen am Rhein statt. Wie in den vorangegangenen Ausgaben der Triennale werden auch 2026 wieder circa 20 künstlerische Positionen entlang des Rheinufers sowie an ausgewählten Orten der Binger Innenstadt zu sehen sein, darunter drei ortsspezifische Werke aus dem neu geschaffenen Förderprogramm der Triennale.
In einer Zeit großer politischer und gesellschaftlicher Umbrüche, in der vieles auseinanderdriftet, sind es Verbindung und Zusammenhalt, was die Gemeinschaft stärkt. Die 7. Skulpturen-Triennale in Bingen widmet sich diesem Thema und präsentiert Künstlerinnen und Künstler, die in ihren Arbeiten aktuelle Fragen nach Halt und sozialer Stärke aufgreifen. Die gezeigten Skulpturen reflektieren auf inhaltlicher oder auch auf materieller Ebene, was Menschen, Material oder Ideen zusammenhält. Neben klassischen Skulpturen werden performative sowie partizipatorische Arbeiten gezeigt, die Orte verknüpfen und Menschen zusammenbringen.
Mit diesem thematischen Fokus möchten die Kurator*innen Sara Bernshausen und Lutz Driever nicht nur ein künstlerisches Nachdenken über ein Miteinander anstoßen. Durch die Einbindung von Menschen, Vereinen, Initiativen oder Institutionen vor Ort sollen alte Netzwerke gestärkt und neue etabliert werden, die auch über die Triennale hinaus wirksam bleiben.
Die kommende Ausgabe der Triennale Verbindung und Zusammenhalt markiert zudem den Start eines neuen Förderprogramms: Dank einer privaten Nachlasszuwendung ermöglicht die Stiftung ab 2026 – wie auch 2029 – drei Kunstschaffenden neue Werke für die Ausstellung in Bingen zu realisieren.
Die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler für 2026 stammen allesamt aus der Rhein-Main-Region. Neben Max Brück wurden Emilia Neumann und Lisa Nürnberger benannt.
Max Brück (*1991 in Schotten) lebt und arbeitet in Gießen und Offenbach. Seine installativen Arbeiten haben meist einen orts- oder raumbezogenen Ansatz. In seinen Werken analysiert Brück historische und gesellschaftliche Gegebenheiten und thematisiert die Zeitlichkeit von Orten. Oft greift er dabei auf vorgefundene Materialien zurück, zerlegt Vorhandenes in seine Bestandteile, um daraus Neues zu erschaffen - den Objekten einen anderen Sinn zu verleihen.
Emilia Neumanns Arbeiten sind in Formen gegossene Farben, die nicht nur Oberflächen bespielen, sondern das Material durchdringen. In Gips oder Beton gelöst, nehmen die Farbmassen durch Schütteln, Tröpfeln, Gießen oder Werfen neue Gestalt an. Dadurch entstehen Skulpturen, deren physische Erscheinung sich von ihrer materiellen Qualität ablöst. Die 1985 in Offenbach geborene Künstlerin lebt und arbeitet in Frankfurt.
Lisa Nürnberger verfolgt eine interdisziplinäre Praxis zwischen Skulptur, Zeichnung, Performance, Video und Sound. Die 1996 in Chemnitz geborene Künstlerin studiert an der Städelschule in Frankfurt. In ihren plastischen Arbeiten transformiert sie Alltagsgegenstände und löst sie aus ihrem funktionalen Zusammenhang. So entstehen Werke, die Spannungsfelder zwischen Stabilität und Verletzlichkeit, Nähe und Distanz erzeugen. Auch sie lebt und arbeitet wie Emilia Neumann in Frankfurt.
Neben der Premiere des Förderprogramms werden neue Kooperationen mit Institutionen und Einrichtungen aus der Region die Thematik der Verbindung stärken: So präsentiert sich die Kunsthochschule Mainz 2026 bei der 7. Skulpturen-Triennale Bingen. Studierende entwickeln unter dem Leitmotiv „Wir bleiben in Verbindung“ Installationen und partizipative Projekte, die die künstlerische Handschrift einer neuen Generation sichtbar machen. Betreut werden die Künstler und Künstlerinnen von Björn Drenkwitz, Robert Meyer und weiteren Lehrenden (tba).
In Zusammenarbeit mit der Künstlerresidenz Schloss Balmoral in Bad Ems wird eine Arbeit des ukrainischen Künstlers Sasha Kurmaz, (*1986 Kiew), der 2025 im Rahmen des Stipendiatenprogramms „Artist-at-Risk“ in Rheinland-Pfalz zu Gast ist, auf der Triennale präsentiert.
„Die neuen Impulse aus der Region machen die Triennale noch vielfältiger, spannender, bedeutsamer“, erklärt Stifter Kuno Pieroth. „Wir freuen uns sehr, über diese starke Verankerung in Bingen und der Region.“
Begleitet wird die Ausstellung Verbindung und Zusammenhalt durch einen Katalog sowie ein umfangreiches Vermittlungs- und Rahmenprogramm. Neben Schulprojekten für alle Altersstufen, einer Kooperation mit der Volkshochschule Bingen und speziellen Seniorenprogrammen sind vor allem die „Jungen Kunstvermittler“ ein Projekt mit besonderer Strahlkraft. Binger Schülerinnen und Schüler laden an Wochenenden zu Dialog und Austausch mit Besucherinnen und Besuchern ein, indem sie in spontanen Einzelvorträgen Kunstwerke im Ausstellungsgelände erklären. Wie in den vergangenen Jahren können auch individuelle Führungsangebote gebucht werden.