Binger Wald

Binger Wald

Stadtwald im Eigentum der Stadt Bingen am Rhein

Binger Wald

Und was es sonst noch gibt

Vom Bodmannstein, dem Potsdamer Platz und mehr...

Der Bodmannstein.Der Bodmannstein: An der Kreuzung der Heiligkreuzstraße und der K 29 nach Waldalgesheim, am Parkplatz, erinnert der „Bodmannstein“ mit der Aufschrift
„Unserem lieben Waldgenossen
Wilhelm Bodmann
zum Andenken
Seine Jagdfreunde 1906“

Bodmann war lange Jahre Justizrat und Rechtsanwalt in Bingen sowie ein eifriger Jäger. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist die Bronzeplatte durch Geschosseinschläge beschädigt worden.

Potsdamer Platz: Wer unbedingt einmal auf den Potsdamer Platz möchte, muss nicht extra nach Berlin fahren – zwischen dem Salzkopf und dem Franzosenkopf gibt es eine namentlich ebenso benannte Stelle – sie ist die größte Wegespinne im Binger Wald.

Der Dammelstein.Dammelstein: „Andenken an den durch ruchlose Hand am 25.IV.1920 erschossenen Förster Peter Dammel – Forsthaus Heiligkreuz, gewidmet von seinen Kollegen des Lokalvereins Rheinhessen“. – Dies ist auf dem Gedenkstein an der Heilig Kreuz-Straße zu lesen, der an den Mord erinnern soll. Ein Angehöriger der damaligen französischen Besatzungsarmee soll grundlos und hinterhältig den Förster erschossen haben.

Die 3 Buchen zwischen Salzkopf und Franzosenkopf gelegen, stand auf einer kleinen Lichtung eine kleine Schutzhütte, die vom Wind in eine schräge Lage verschoben wurde. Sie wird von drei Buchen umsäumt. Bis vor wenigen Jahren standen hier drei mächtige Baumveteranen, die allerdings aufgrund ihres Alters und von Pilzen und Insekten befallen, eine Gefahr für die Wanderer darstellten und gefällt werden mussten. Einem waldfreundlichen Binger Bürger war es ein Herzensanliegen, an dieser Stelle wieder drei neue Buchen zu pflanzen.

Förster-Billhardt-Säule: In der Nähe des Schweizerhauses, dem ehemaligen „Faitzberger Hof“, steht eine Sandsteinsäule im neugotischen Stil. Die Inschrift ist fast unleserlich, sie lautet nach Prof. Erckmann im Buch „Der Binger Wald“ (1930)

„Friedrich Prinz von Preußen kaufte den Faitzberger Hof
im Jahre 1830. Revierförster Billhardt aus Bingen legte
diese 50 Morgen Eichen durch Saat und Pflanzungen an
in den Jahren 1831-1835.“

Römische Wachstation: Unweit der Lauschhütte, in Richtung Daxweiler, wurde in den 1990er Jahren eine kleine römische Siedlung frei gelegt. Es war ein Außenposten des römischen Fernweges von Mainz in Richtung Köln oder Trier.

Die Fliegerkreuze: Die beiden Fliegerkreuze in der Nähe des Salzkopfturmes erinnern an tragische Flugzeugunglücke, die sich zwischen 1964 und 1976 ereignet haben.
Am 7. April 1964 stürzte ein Düsenjäger vom Fliegerhorst Pferdfeld ab. Der Pilot kam bei seinem Übungsflug ums Leben. Nahe der Absturzstelle errichteten seine Kameraden ein hölzernes Gedenkkreuz.
Am 8. April 1983 stürzte ein in Leutkirch im Allgäu gestartetes Flugzeug mit Ziel Köln am Südhang des Salzkopfes ab. Der Rettungshubschrauber fand das Wrack einen Tag später, doch der Pilot und die drei Insassen waren bereits beim Aufprall gestorben. Angehörige und Fliegerkameraden errichteten an der Unglücksstelle ein Marterl und brachten zum Gedenken einen 200 Kilogramm schweren Stein vom Grünten, dem Hausberg der Allgäuer Segelflieger, in den Binger Wald.
An den Absturz einer privaten Sportmaschine am Buß- und Bettag 1976, bei dem drei Menschenleben zu beklagen waren, erinnert kein Zeichen.

(Quelle: Herbert Müller „Der Binger Wald“, 1986)