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September 2014

So ich traurig bin
Weiss ich nur ein ding:
Ich denke mich bei dir
Und singe dir ein lied.

Fast vernehm ich dann
Deiner stimme klang
Ferne sing sie nach
Und minder wird mein gram.

Stefan George: Die Bücher der Hirten- und Preisgedichte der Sagen und Sänge und der Hängenden Gärten. Sämtliche Werke in 18 Bänden. Hg. von der Stefan George Stiftung. Bearbeitet von Georg Peter Landmann und Ute Oelmann, Stuttgart 1982ff., Bd. III, S. 60.


Ist das Einfachste nicht immer das Schwierigste! Zu jeder Zeit, durch viele Jahrhunderte hindurch, konnte und kann sich ein Jeder, jeden Alters, an die Stelle dieses „Ich“ setzen und mit und durch den Dichter sprechen oder singen. Stefan George schrieb das Gedicht und brachte es der Binger Freundin Ida Coblenz. Sie erinnerte sich noch 1935: „Es war doch damals die Fülle der Erlebnisse und Gedichte. Jeden Moment weiß ich von jenem Abend, dem >Ich hätte gern den Turban des Korsaren< folgte. Und vor allem! >Wenn ich traurig bin< -- ich hörte das alles und unendlich viel anderes, wenn er sie, die eben geborenen, mir vortrug.“ (Brief an Sabine Lepsius, 3.9.1935). Das Gedicht gehört zu einer Gruppe kleiner Lieder, wohl 1893 entstanden, die George unter die Gesamtüberschrift „Sänge eines Fahrenden Spielmanns“ stellte.

(Ute Oelmann)