Museum am Strom

Historisches Museum am Strom - Hildegard von Bingen

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Historisches Museum am Strom - Hildegard von Bingen

Museum am Strom

Neue Erkenntnis und ein altes Modell

Der Binger Rheinkran von 1487

Holzmodell Binger Rheinkran 19. Jh.Er ist alt, der „Alte Kran“ am Binger Rheinufer, das war schon immer klar. Sehr alt sogar: das ist ja sein Markenzeichen. Sicher älter als der Kran in Oestrich-Winkel. Aber wie alt genau es ist, das seltene technische Denkmal, das 1907 um ein Haar abgetragen worden wäre, weil es im Deutschen Museum in München, fernab vom Rheinstrom, einem technikinteressierten Publikum zur Anschauung und Freude dienen sollte, das wusste – bis vor kurzem – niemand zu sagen. Ansehen kann man es dem Kran nämlich nicht, aus welchem Jahr er uns in jetziger Form erhalten geblieben ist.

Erst im Zuge von Restaurierungsarbeiten vor einigen Jahren ließ sich das Alter der verbauten Hölzer exakt datieren: sie sind nach 1787 verbaut worden. Der Direktor der Binger Baugewerbeschule, Franz Tölg, hatte die Holzbauten im Jahre 1913 noch auf das 16. Jahrhundert datiert. Dabei kannte der Mann sich aus wie kein zweiter: Er hatte sich mit seinen Studenten intensiv mit dem Bauwerk beschäftigt. Ergebnis dieser Bemühungen waren zwei detailgetreue Nachbauten: ein großer, der damals auf dem Schulgelände im Mainzer Hof bewundert werden konnte, und ein kleineres Modell, das ins Heimatmuseum auf Burg Klopp gelangte und heute im Museum am Strom zu sehen ist. Allerdings ist das heute auch schon historische, mehr als 100 Jahre alte Kranmodell inzwischen überarbeitet worden, weil es einer Neuentdeckung am „Original“ angepasst werden musste: Bei der Herstellung eines Beckens vor dem Alten Kran wurde 2007 nämlich der historische Steinsockel freigelegt – mit einer spannenden Inschrift darauf. Jetzt ist es in Stein gemeißelt: Der „Alte“ Kran ist tatsächlich richtig alt und schon 1487 ein erstes Mal errichtet worden.

Quelle: Stadt Bingen

Solche „breaking News“ können dann schon einmal dazu führen, dass auch historische Museumsrepliken aktualisiert werden müssen. Wichtig dabei ist nur: Der historische Befund eines Museumstücks darf nicht zerstört werden; daher ist der alte Sockel lediglich ins Depot gewandert und durch einen neuen in der Ausstellung ersetzt worden.