Museum am Strom

Historisches Museum am Strom - Hildegard von Bingen

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Historisches Museum am Strom - Hildegard von Bingen

Museum am Strom

Ein Hildegard-Kloster „mal zwei“

Der Disibodenberg als Modell und virtuell im Museum am Strom

Modell des Klosters DisibodenbergEin halbes Leben lang wirkte sie hier fast im Verborgenen, ehe sie erst nach ihrem Umzug zum Rupertsberg Berühmtheit erlangte: Das Modell von Kloster Disibodenberg vermittelt den Besuchern eine plastische Vorstellung der ersten Wirkungsstätte Hildegards von Bingen. Hier wird sehr konkret erlebbar, was alles zu einem mittelalterlichen Kloster dazugehörte und wie es funktionierte. Die Ursprünge von Disibodenberg liegen im 6./7. Jahrhundert, als sich der irische Mönch Disbod an der Stätte niederließ. Neu errichtet wurde das Kloster seit 1105. Das Modell zeigt den Endausbau des 14. Jahrhunderts, als Zisterziensermönche das Kloster nach einer Phase des Niedergangs zu neuer Blüte geführt hatten. Dominiert wird das Ganze von der prachtvollen Abteikirche – damals das größte Gotteshaus weit und breit. Nördlich schließt sich die Klausur an, die ausschließlich den Mönchen vorbehalten war. Hierzu gehören Kreuzgang und Kreuzhof, in dessen Mitte eine Zisterne auf ein ausgeklügeltes System der Wasserversorgung hindeutet. Östlich lagen Kapitel- und Schlafsaal (Dormitorium), im Norden der Speisesaal (Refektorium) mit anschließendem Küchentrakt. Zur Anlage gehörten auch eine Krankenstation und Wirtschaftsgebäude wie die Schmiede und das Kelterhaus.

Wenn uns heute gefühlt unendliche Straßenbaumaßnahmen in Bingen und anderswo schon unerträgliche Geduld abzuverlangen scheinen, so hatte Hildegard am Disibodenberg noch ganz andere Zumutungen zu überstehen: Während ihrer gesamten 40-jährigen Anwesenheit in diesem Kloster, wo die Prophetin und ihre Nonnen seit 1112 ein separates Frauenhaus bewohnten, war die Anlage eine einzige Großbaustelle! Natürlich kann ein 3-D-Klostermodell nicht das langgestreckte Werden der Klosterstadt vor Augen führen – hier wird nur das Endergebnis greif- und sichtbar. Abhilfe schafft jedoch eine interaktive PC-Station, die das Modell begleitet und die Möglichkeiten virtueller Geschichtsvermittlung nutzt. Im Zeitraffer aufwändig gestalteter, computergenerierter Animationsfilme wird hier das Kloster regelrecht „gebaut“ – von der Grundsteinlegung, der Anlage der Hildegard-Klause über den Bau der Chöre und des Mittelschiffes bis zum Einzug der Disibod-Reliquien in das endlich fertiggestellte Gotteshaus. Dabei werden u.a. allerjüngste Forschungsergebnisse zur Baugeschichte erstmals in plastischer Umsetzung geboten. So lassen sich bei der Vermittlung historischer Gebäude in einer Museumsausstellung heutzutage traditionelle Formen – wie der Modellbau – und neue Medien – die Computeranimation – in einer Weise verbinden, die alle Sinne einbezieht und keine Fragen offenlässt.