Museum am Strom

Historisches Museum am Strom - Hildegard von Bingen

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Historisches Museum am Strom - Hildegard von Bingen

Museum am Strom

Aktuelles

21. September 19 Uhr Vortrag von Dr. Matthias Schmandt:

Hildegard von Bingen und Richardis von Stade – Eine Freundschaft in den Zeiten des Kreuzzugs

Quelle: Stadt Bingen"Als ich das Buch SCIVAS schrieb, war ich einer adligen Nonne in voller Liebe zugetan, so wie Paulus dem Timotheus." Die bewegenden Zeilen, die Hildegard von Bingen über Richardis von Stade verfasst hat, bringen uns die Prophetin als Menschen so nahe, wie nur wenige weitere Stellen in ihrem umfangreichen Werk. Zu Recht wird daher die tiefe Verbundenheit, die zwischen beiden Frauen bestand und die wohl auch die ebenfalls am Rupertsberg lebende gleichnamige Mutter der jungen Richardis einschloss, in den Hildegard-Biografien ausführlich gewürdigt. Völlig ausgeblendet bleiben dabei aber bisher stets die historischen Kontexte außerhalb der Mauern von Kloster Disibodenberg bzw. Rupertsberg, in denen sich diese Frauenfreundschaft während dramatischer Jahre um die Mitte des 12. Jahrhunderts entfaltete. Dabei entstammten die beiden Richardis dem in Mitteleuropa weitverzweigten, einflussreichen Familienverband der Sponheimer, der zahlreiche wichtige Akteure in Kirchenreform, Heidenmission und Kreuzzugsbewegung hervorbrachte – darunter Erzbischof Hartwich von Bremen, den Bruder der jüngeren Richardis.

Der Vortrag, der aus einem größer angelegten Forschungs- und Publikationsprojekt des Museums am Strom hervorgeht, zeigt auf, wie die sponheimische Familienpolitik um 1150 auf die Beziehungen zwischen den drei Klosterfrauen einwirkte - und so auch ihren Weg in das Frühwerk Hildegards von Bingen gefunden hat. 

Eine Veranstaltung der Historischen Gesellschaft Bingen e.V. (Eintritt: 3 € / erm. 2 €)


27.10.-29.10.2018

Studientag zur Geschichte der Juden am Mittelrhein

Anlässlich des 20jährigen Bestehens des Arbeitskreises Jüdisches Bingen bietet ein Studientag im Museum am Strom Gelegenheit, neuere Forschungsergebnisse zur Geschichte der Juden am Mittelrhein kennenzulernen. Schwerpunktmäßig wird das Augenmerk dabei auf das Mittelalter gerichtet – auf jene Epochen also, in der die SchUM-Gemeinden Mainz, Worms und Speyer von derart herausragender Bedeutung waren, dass ihre bis heute vorhandene Überlieferung zum UNESCO-Welterbe der Menschheit erhoben werden soll. Gleichsam im Schatten dieser jüdischen Metropolen gab es damals jedoch auch im gesamten Mittelrheintal zahlreiche Orte, in denen das Zusammenleben von Juden und Christen von großer Bedeutung war. Diesen Kleinstädten und ihren oft vergessenen jüdischen Traditionen möchte sich die Tagung widmen. Dabei werden exemplarische Einzelbeiträge über die enorme kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung der Juden in unserer Region ebenso geboten wie ein Überblick zur Geschichte der Juden Bingens, wo seit der Zeit Hildegards von Bingen bis zu ihrer Auslöschung durch die Nationalsozialisten über acht Jahrhunderte hinweg stets eine bedeutende Gemeinde bestand.

Veranstalter: Stadt Bingen / Kulturamt in Kooperation mit dem Arbeitskreis Jüdisches Bingen und dem AMIGJ an der Universität Trier.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Selbstverständlich können auch nur einzelne Vorträge besucht werden. Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Veranstaltungsorte an den einzelnen Tagen.

Samstag, 27.10.2018

Museum am Strom, Museumstr. 3, 55411 Bingen  Kosten: Museumseintritt (3 € /erm. 2 €)

Jüdische Geschichte des Mittelalters in Einzelaspekten

10 Uhr  Dr. Matthias Schmandt (Bingen):  Die Juden, die Heiden und das Jüngste Gericht. Neue Erkenntnisse zu den Anfängen der Prophetin Hildegard von Bingen 

11 Uhr  Prof. Dr. Elisabeth Hollender (Univ. Frankfurt): Synagogaler Gottesdienst in Boppard im 13. Jahrhundert: Die Handschrift Kues, St. Nikolas Hospital 314, als Quelle zur jüdischen Kulturgeschichte am Mittelrhein

12 Uhr  Prof. Dr. Gerd Mentgen (Univ. Trier): Jüdische Präsenz in Münster bei Bingen am Ende des Mittelalters.

Jüdische Geschichte in der Region – ein Überblick

15 Uhr  Dr. Franz-Josef Ziwes (Krauchenwies): Zur Geschichte der Juden am Mittelrhein während des hohen und späten Mittelalters. Ein Überblick

16 Uhr  Andreas Göller M.A. (Darmstadt): Jüdisches Leben am oberen Mittelrhein in der Frühen Neuzeit (16.-18. Jh.)

17 Uhr  Dr. Jürgen Krome (Witten): Angekommen in der Mitte der Gesellschaft. Zur Geschichte der Binger Juden 1871-1918

Sonntag, 28.10.2018

Caritas Bingen, Rochusstraße 8   Eintritt: frei

11 Uhr  Festvortrag Prof. Dr. Karl E. Grözinger (Potsdam):  „Ein ungelöstes Rätsel“ – das jüdische Mysterium von Bingen


Neuigkeiten von Conrad

Kindgerechte Publikation zum Leben im mittelalterlichen Bingen erschienen

Oberbürgermeister Thomas Feser, Sabine Markowski, Günter Hartmann, Dr. Matthias Schmandt, Jutta Nelißen Quelle: Stadt BingenDer ein oder andere wird ihn schon kennen – Conrad, den waschechten Binger Lausbub, der Kindern die Zeit Hildegards von Bingen auf spannende und anschauliche Weise näher bringt. Jetzt erzählt eine lebendige, für kleine Leserinnen und Leser geschriebene und mit zahlreichen bezaubernden Illustrationen versehene Geschichte, wie er durch einen seiner Streiche mitten hineingerät in ein erstaunliches Abenteuer, das ihn der Äbtissin vom Rupertsberg sogar selbst begegnen lässt. Die dem Museum von Gerlinde Hartmann, einem langjährigen Mitglied des Freundeskreises des Museums, in ihrem Nachlass vermachte Summe setzte das Museum ihrem Wunsch gemäß gezielt für eine kindgerechte Publikation zu Hildegard und dem Klosterleben ein. Als Resultat präsentiert das Museum am Strom und ihr Mann Günter Hartmann, der bereits mehrfach das Museum unterstützte, nun dieses wunderschön gestaltete Heft von der Grafikerin Jutta Nelißen mit dem Titel „Conrad und die geheimnisvolle Welt des Klosters“. Es ist ab sofort zum Preis von 5 Euro an der Museumskasse, der Tourist-Information und ab 7. April im Hildegard Info-Punkt erhältlich.  

„Ich freue mich sehr, dass wir dank der großzügigen Spende dieses Heft herausbringen konnten und so den Kindern einen kleinen Einblick in das Leben zur Zeit Hildegards geben können“, so Oberbürgermeister Thomas Feser. 


Quelle: Stadt BingenBand 1 Bingen in der Geschichte

Dietrich Ebeling

Vom Ende der Napoleonischen Zeit bis zum Beginn des Kaiserreiches

Bingen im 19. Jahrhundert – das war weit mehr als Rheinromantik und Weinkultur. Auch in der Stadt des Mäuseturms und der heiligen Hildegard war die Zeit geprägt von tiefgreifendem Wandel und allgegenwärtigen Veränderungen. Aus der im Kern noch mittelalterlichen Kommune entwickelte sich langsam das moderne Bingen. Davon handelt der neue Band der offiziellen Binger Stadtgeschichte, der auf fast 300 Seiten tiefe Einblicke in die Lebenswelten der Bingerinnen und Binger zwischen 1816 und 1870 bietet – und zugleich deutlich über den Horizont einer rheinischen Kleinstadt hinaus weist: Verfasst von dem renommierten Wirtschafts- und Sozialhistoriker Dietrich Ebeling setzt die Darstellung auf eine Einordnung der lokalen Verhältnisse in die Strukturen der „großen“ Geschichte des 19. Jahrhunderts. So werden die fünfeinhalb Jahrzehnte zwischen Wiener Kongress und Reichsgründung, die vom Entstehen der bürgerlichen Gesellschaft ebenso wie durch die „Verkehrsrevolution“ geprägt waren, in ihren zeittypischen Auswirkungen auf die Rhein-Nahe-Stadt plastisch nachvollziehbar.

Erhältlich im Museums Shop und der Buchhandlung Schweikhardt/Bingen: 24,90 €


Nachbau einer mittelalterlichen Harfe aus dem 12. Jahrhundert

Reproduktion einer Harfe aus dem 12. Jh.Rainer M. Thurau ist Konstrukteur, Restaurator und Hersteller von Konzertharfen mit Weltruf und eigenem Atelier in Wiesbaden. Dort entstehen seine Nachbauten historischer Originalinstrumente, die u.a. in den großen Museen von Wien, Basel, Stuttgart und Bonn zu sehen sind.

Nun hat Herr Thurau auf der Basis intensiver Quellenstudien und einer jahrzehntelangen Erfahrung mit historischen Instrumenten eine Harfe geschaffen, wie Hildegard von Bingen sie vor 850 Jahren gespielt haben könnte: Ein Unikat, hergestellt exklusiv für das Museum am Strom und aus Materialien und mit Techniken des 12. Jahrhunderts.