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Wibert von Gembloux

1173 stirbt Hildegards langjähriger Sekretär, Beichtvater und enger Freund Volmar.

„Da durchbohrte Traurigkeit mir Seele und Leib, weil ich, dieses Mannes beraubt, eine Waise war auf dieser Welt“

beschreibt sie über ihre Gefühle. Doch als ob der Schmerz über Volmars Tod allein nicht genug war, ergaben sich daraus erneut Streitigkeiten mit den Disibodenberger Mönchen unter dem Abt Helenger, die sich weigerten, einen Mönch als Propst und Seelsorger für die Nonnen abzustellen, wie es urkundlich festgehalten war. Doch in Hildegard hatte er, trotz ihres Alters von 75 Jahren, eine selbstbewusste Gegnerin, die sich noch nie gescheut hatte, die höchsten Autoritäten um Hilfe zu bitten: Sie verfasste einen Brief an Papst Alexander III. und schilderte ihm die Lage, woraufhin der Papst sich für sie und ihr Kloster einsetzte. Nun musste sich der Abt beugen und schickte 1174 den Mönch Gottfried auf den Rupertsberg.

Gottfried starb aber bereits 1175 oder Anfang 1176. Bekannt ist er heute als einer der Biografen Hildegards. Nach seinem Tod stand Hildegard wieder vor demselben Problem wie 1173: Abt Helenger erklärte, er könne ihr keinen Probst mehr schicken. Möglicherweise konnte er tatsächlich keinen Mönch mehr entbehren, denn die Zahl der Mitglieder seines Konvents scheint immer kleiner geworden zu sein. Bis 1177 unterstützen Hildegard deshalb ihr Bruder Hugo, der Domkantor in Mainz war, sowie ein Kanonikus aus St. Stephan in Mainz.

In ihren letzten beiden Lebensjahren stand ihr dann mit Wibert von Gembloux ein Mann zur Seite, der sie bereits vor dieser Zeit sehr verehrt hatte.

Schon 1175 hatte er brieflich Kontakt mit Hildegard aufgenommen und einige ihrer Schriften zugesandt bekommen. 1177 erhielt er dann die ersehnte Erlaubnis, die von ihm als prophetissa teutonica bezeichnete Äbtissin für einen längeren Zeitraum zu besuchen. Hildegard scheint seine Erwartungen mehr als erfüllt zu haben:

„Und nun weile ich bei ihr in der schönen Atmosphäre des Friedens und aller Freude und Wonne. Durch ihre Ratschläge werde ich geleitet, durch ihre Gebete gestärkt, ihre Verdienste gestützt, ihr Wohlwollen getragen und täglich erquickt durch ihre Gespräche“,

schreibt er an einen Freund. Wie wir heute kann auch er es kaum fassen, welches Arbeitspensum sie in ihrem Alter erfüllte:

„Sie gibt die erbetenen Ratschläge, löst schwierige Fragen, die ihr gestellt werden, schreibt Bücher, unterweist ihre Schwestern, richtet Sünder auf, die zu ihr kommen, und ist dadurch voll und ganz in Anspruch genommen.“.

Schon bald will ihn sein Abt wieder mit zurück in sein Kloster nehmen, doch die zufällig anwesenden Bischöfe von Köln und Lüttich setzten sich für Hildegard und Wibert ein, und er übernahm das Amt des Propstes und unterstützte Hildegard als ihr Sekretär. Erst nach ihrem Tod kehrte er 1180 nach Gembloux zurück, wo er 1194 zum Abt gewählt wurde.