‚Rücksicht macht Wege breit‘

Werben gemeinsam für mehr Rücksicht: (v.l.) Dezernent Jens Voll, Servicebetriebsleiter Michael Stein, Winzer Peter Ewen, Miguel Pérez-Uzquiano (stellv. Bauhofleiter), eine Spaziergängerin (Name unbekannt) und Feldschütz Oliver Straßburger mit Hund Lou.

Stadtverwaltung Bingen wirbt für gegenseitige Rücksichtnahme in Feld und Flur

Mit neuen Piktogrammen auf stark genutzten Wirtschaftswegen in der Binger Gemarkung wirbt die Abteilung Landwirtschaft der Stadtverwaltung für mehr gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz bei deren Nutzung. Die Piktogramme, die in einer Größe von rund zwei mal zwei Metern mit weißer Farbe auf die bestehenden Wege aufgesprüht wurden, zeigen die vielfältigen Nutzergruppen der Wirtschaftswege.

Hintergrund der Aktion sind die zunehmenden Interessenskonflikte zwischen Landwirten und Erholungssuchenden:

In den vergangenen Monaten hat die Stadtverwaltung vermehrt Meldungen darüber erhalten, dass es bei der Nutzung von Feld- und Wirtschaftswegen immer häufiger zu Konflikten zwischen Erholungssuchenden und Landwirten kommt. Dies ist besonders auf die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zurückzuführen. Durch mangelnde (Beschäftigungs-)Alternativen und andere Freizeitangebote ist die Nutzung der Wirtschaftswege durch Freizeitsportlerinnen und -sportler sowie Spaziergängerinnen und Spaziergänger nochmals deutlich angestiegen.

Auch wenn bestimmte Feldwege beispielsweise zusätzlich als Radwege ausgewiesen sind, werden diese weiterhin auch für den landwirtschaftlichen Verkehr genutzt. Dies stößt meist auf Unverständnis bei den Erholungssuchenden.

Insbesondere Radfahrende sind sich meist der Gefahren nicht bewusst, die durch, aus dem Weinberg auf den Wirtschaftsweg ausfahrende, Traktoren, ausgehen. Hinzu kommt, dass – je nach Bewuchshöhe der Weinberg – Führerinnen und Führer landwirtschaftlicher Maschinen häufig erst recht spät den Wirtschaftsweg einsehen können.

Eindringlich weist die Stadtverwaltung auch nochmal darauf hin, dass es in der Regel nicht gestattet ist, quer durch die Weinbergsanlagen, Wiesen und Äcker zu laufen. Hund sind überdies bei Begegnung mit Dritten an die Leine zu nehmen. Ihr Geschäft ist ordnungsgemäß zu entsorgen.

Der städtische Appell richtet sich aber auch an die Bauern und Winzer, dem Interesse der Erholungssuchenden an unser schönen Region, Verständnis entgegen zu bringen und selbst Rücksicht auf andere Wegnutzerinnen und -nutzer zu nehmen.

„Die Verwaltung möchte mit der Aufbringung der Piktogramme alle Nutzerinnen und Nutzer der Binger Gemarkung noch einmal für die eigentlich selbstverständliche gegenseitige Rücksichtnahme sensibilisieren“, erläutert Dezernent Jens Voll. „Die Landwirte verdienen mit Ihrer Arbeit im Feld Ihren Lebensunterhalt und die Erholungssuchenden erlangen in der Natur den notwendigen Ausgleich zum Alltag.“

Gemeinsam Rücksicht nehmen und den vorhandenen Raum in angemessener Weise nutzen ist schöner und funktioniert besser, als gegenseitige Schuldzuweisungen. Daher lautet das Motto der Piktogramme: ‚Rücksicht macht Wege breit‘.

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