Internationale Größen und 36 Grad bei JAM – Jazz am Mäuseturm

Jazz am Mäuseturm.

Jazz, Funk, Soul & Mehr zum Mitjammen gab's beim "Bingen swingt" Nachfolger am vergangenen Wochenende

Endlich wieder Jazz in Bingen: nach zwei Jahren fand von Donnerstag, den 16. Juni bis Samstag, den 18. Juni Jazz am Mäuseturm statt. Mit neuem Konzept brachte das „JAM“ Festival nach 25 Jahren "Bingen swingt" frischen Wind und frischen Sound in die Region. Am Rhein-Nahe-Eck und im Park am Mäuseturm spielten 3 Tage lang renommierte internationale Größen wie Richard Bona, Max Mutzke, die SWR Bigband mit Chris Potter oder die Nils Landgren Funk Unit Seite an Seite mit aufstrebenden Künstler:innen wie der jungen Jazzrausch Bigband oder Botticelli Baby. Solisten und Ensembles trotzten gleichermaßen der Hitze und begeisterten diejenigen, die sich von den Temperaturen nicht abhalten ließen.
„Nach diesem Wochenende voller exzellenter Musik, schönstem Sommerwetter, netten Begegnungen und bestem Binger Wein sind alle Musikhungrigen auf ihre Kosten gekommen“, resümiert Festivalleitung Patricia Neher.
Der Festivalauftakt am Donnerstag stand im Zeichen innovativer Genremischungen: Am Fluss eröffnete der junge und gefeierte Saxophonist Jakob Manz das neue Festival. Im Anschluss spielte das Marco Mezquida Trio voller Freude einen spannenden Mix aus Jazz, Weltmusik und spanischer Folklore, bevor Sängerin und Cellistin Nesrine traditionelle arabische Musik, Jazz und Pop gekonnt verwob und zur Freude aller, noch eine spontane Einlage mit Jakob Manz zum Besten gab. Im Park feierten Botticelli Baby mit den Besuchern zu ihrem ganz eigenen Uptempo-Sound. Zum Abschluss brachte die Jazzrausch Bigband – ein Publikumsliebling aus den "Bingen swingt" Jahren 2017 und 2018 – alle Gäste energiereich zum Tanzen.
Auch am zweiten Festivaltag waren bekannte Größen erneut in Bingen zu Gast: Jazzmusikerin und Bassistin Kinga Głyk begeisterte am Fluss mit schnellen Bassläufen und ihrer emotionalen Ausstrahlung zum zweiten Mal das Jazz am Mäuseturm Publikum. Ein besonderes Festivalhighlight war mit Abstand das großartige Konzert von Max Mutzke und Band, bei dem der Soul-Sänger sich auch sehr persönlich mit dem Publikum austauschte und eine Lanze für alle Musiker:innen brach: "Traut euch wieder auszugehen, Konzerte zu besuchen und bringt noch 5 Freunde mit." Den fulminanten Tagesabschluss spielte die renommierte Nils Landgren Funk Unit: "Ich freue mich sehr, heute hier mit meinen Freunden Musik zu machen. Hier in Bingen fühlt man sich einfach wohl", fasste Nils Landgren seine Vorfreude kurz vor dem Konzert zusammen. Nach neunzig Minuten bestem Funk mit großartiger Stimmung gingen alle Gäste zufrieden nach Hause.

Die Wurzeln des Jazz wurden am letzten Festivaltag von der mehrfach Grammy nominierten SWR Bigband und dem amerikanischen Star-Saxophonisten Chris Potter mit einem Tribute an Jazz-Legende Charlie Parker gewürdigt. "BIRD LIVES" interpretierte Klassiker des modernen Jazz unter Komposition der Grammy Gewinner Magnus Lindgren und John Beasley neu und verzauberte das Publikum im Park am Mäuseturm.
Da Soul-Sängerin Joy Denalane aufgrund einer Corona-Quarantäne ihr Konzert am Samstag leider absagen musste, wurde kurzerhand umgeplant. Mit Richard Bona gab einer der versiertesten Bassisten, Sänger, Komponisten & Multiinstrumentalisten der internationalen Jazzszene ein beeindruckendes Abschlusskonzert. Der mehrfache Grammy-Gewinner und "African Sting", wie ihn seine Fans nennen, schaffte bei diesem seiner sehr seltenen Deutschland-Auftritte eine einzigartige Atmosphäre und riss das Publikum mit, sodass das JAM Festival – Jazz am Mäuseturm mit dem Jubeln glücklicher Besucher:innen endete.
Nach dem offiziellen Festivalabschluss ging es mit dem Quartett HABERECHT4 noch bis in die Nacht im „Palais“ weiter. Bei der Aftershow-Session konnten alle Musiker:innen live mitjammen – ganz im Zeichen des Festivals trafen hier unterschiedlichste Erfahrungen und Stile aufeinander.
Erstmals gab es bei Jazz am Mäuseturm eine kostenfreie New Jazz Stage in der Binger Innenstadt, die für alle ohne Ticket zugängig war, wodurch die bekannten Absperrungen gänzlich entfielen. Am Freitag spielten hier die BMW Welt Young Artist Award Gewinner:innen Philipp Schiepek, Julia Hornung, Alma Naidu und Sam Hylton. Samstag übernahm die „Next Generation“ des renommierten „Jazz thing“ Magazins das Ruder und präsentierte vier Newcomer:innen: LARIZA, Gilles Grethen, Dominik Hoyer und Maik Krahl waren von 11.30 Uhr bis 18.30 Uhr kostenfrei zu hören. Auch der "Jugend jazzt Landeswettbewerb für Jazzorchester" war am Samstag ganz ohne Ticket am Rhein-Nahe-Eck zu hören. Hier spielten jugendliche Nachwuchstalente im Wettbewerb das wohl heißeste Konzert ihrer bisherigen Karriere.
"Unser großer Dank geht an alle Besucher:innen, die dem Jazzfestival treu geblieben sind und an alle neuen Gäste, die mitgejammt haben. Ebenso danken wir allen Künstler:innen - jede:r Einzelne war phänomenal. Und ein Riesendank geht an unsere Partner:innen und Mitarbeitenden, die höchst professionell für den reibungslosen Ablauf gesorgt haben", betont Festivalleitung Patricia Neher.
Jazz am Mäuseturm fand in diesem Jahr mit Unterstützung des Kultursommers Rhein-land- Pfalz, Lotto Rheinland-Pfalz als Förderer der Kultur und des Kulturreferats der Landeshauptstadt München statt. Weitere Förderer waren Piano Alexander aus Bingen, und die Stiftung Kultur des Landkreises Mainz-Bingen. Der Veranstalter dankt zudem allen Medienpartnern.

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