Flussgeschichten in der Bücherei³

Oberbürgermeister Thomas Feser (li.) und Bibliotheksleiterin Julia Löffler (re.) lassen sich von Museumspädagogin Sabine Markowski und Kulturamtsleiter Dr. Matthias Schmandt die Ausstellung erläutern.

Wenn Flaschenposten erzählen… / Mitmachausstellung in der Bibliothek

Flüsse bergen seit jeher die Faszination für Sagen, Märchen, Erzählungen und Mythen. Ob die Abenteuer von Tom Sawyer am Mississippi oder die Loreley auf ihren Felsen, es gibt viele Geschichten, Bücher und literarische Werke über Flüsse.

Der Kölner Künstler Joachim Römer hat eine ganz andere Form von Flussgeschichten zusammengetragen: Bei seinen Spaziergängen am Kölner Rheinufer machte er sich auf die Suche nach Botschaften und fand mehr als 1.100 Flaschenposten. Jede einzelne Flasche erzählt ihre eigene Geschichte zu den großen Themen des Lebens: Von Liebesbriefen über Wunschzettel bis hin zu kleinen Habseligkeiten und persönlichen Gegenständen. Joachim Römer hat alle Fundstücke katalogisiert, transkribiert und damit inhaltlich zugänglich gemacht. Im Jahr 2015 wurde die Sammlung mit großem Erfolg erstmals öffentlich im Binger Museum am Strom gezeigt. Inzwischen ist die komplette Sammlung mit nun mehr als 2000 Flaschenposten im Besitz des Museums und soll zukünftig in wechselnden thematischen Zusammenhängen an unterschiedlichen Orten „zum Sprechen gebracht werden“. Als erste Station ist nun eine Auswahl der Flaschen mit den Aufzeichnungen zum Inhalt ab dem 12. Oktober in der Bücherei³, Basilikastraße, zu sehen.

 „Die Bücherei soll zum Treffpunkt und Austauschort für alle Binger Bürger werden. Dazu haben wir ganz bewusst das Konzept vom Lesen, Lernen und Leute treffen gewählt. Wer die Flaschenpostausstellung besucht, kann mit anderen ins Gespräch kommen. Unser Leben hier in Bingen ist natürlich sehr von den Flüssen geprägt. Eine Geschichte zum Hochwasser können bestimmt viele Bürger erzählen“, berichtet Oberbürgermeister Thomas Feser. „Natürlich ist das im Moment aufgrund der Corona-Pandemie nur unter Einhaltung der Präventionsmaßnahmen möglich.“

Die Sammlung der Flussgeschichten ist als Anlass zum Austauschen und Erzählen gedacht. So wie Joachim Römer am Rheinufer Flaschen mit Botschaften gefunden hat, gibt es auch andere Dinge, Objekte oder Alltagsgegenstände die mit Geschichten verbunden sind. Bei einem Spaziergang am Rhein fallen nicht selten die unzähligen Sachen auf, die der Fluss an das Ufer spült. Die meisten Dinge werden nicht benötigt und als Müll entsorgt. Manchmal gibt es aber Gegenstände, die aus irgendeinem Grund einen Wert haben. Sei es ein besonderer Stein, den ein Kind am Rhein gefunden hat und als Schatz behütet oder ein alter Stiefel, der sich im Garten als Blumentopf eignet. Besonders hier in Bingen mit dem Rhein und der Nahe vor der Haustür, gibt es Geschichten rund um den Fluss oder sogar ähnliche Fundstücke, wie die der Flaschenpost. Diese Dinge, Erinnerungen oder Geschichten können im Rahmen der Ausstellung präsentiert werden. Neben den Geschichten, die uns die Flaschenpost erzählt, sollen weitere Flussgeschichten gesammelt werden.

Einige Regale sind im Ausstellungsraum noch nicht bestückt.
Wer besondere Dinge am Flussufer gefunden hat oder aus vergangenen Zeiten eine Geschichte, die an den heimischen Flüssen erlebt wurde, erzählen kann, kann dies gerne bei einem Besuch der Ausstellung. Und kann so die Sammlung um seinen Beitrag bereichern und mit anderen Bürgern ins Gespräch kommen. 

Der Eintritt zum Ausstellungsraum ist kostenlos und zu den Öffnungszeiten der Bücherei möglich: Montag 14 bis 18 Uhr, Dienstag 10 bis 19 Uhr, Donnerstag 14 bis 19 Uhr, Freitag 10 bis 13 Uhr und Samstag 10 bis 14 Uhr. 

Die Besucher der Ausstellung haben die Abstandsgebote einzuhalten sowie eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Maximal dürfen sich fünf Besucher gleichzeitig im Ausstellungsraum aufhalten.

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