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Erinnern statt vergessen

Fr 18.10.2019 | Pressemitteilungen

Der Gedenkstein liegt nun im Eingangsbereich des jüdischen Friedhofs. Auf dem Bild (v. l.): Christoph Kasper, Thomas Dahn, Hermann-Josef Gundlach, Carl Woog, OB Thomas Feser, Brigitte Giesbert und Reimund Kerner.

Gedenkstein der deportierten Familien Herz und Müller umgesetzt

Es war für Oberbürgermeister Thomas Feser, die frühere Bürgermeisterin und Ehrenbürgerin Brigitte Giesbert, den Vorsitzenden des Arbeitskreises Jüdisches Bingen (AKJB), Hermann-Josef Gundlach, den Vorsitzenden des Heimatvereins Bingerbrück Carl Woog und für Reimund Kerner (ebenfalls Heimatverein Bingerbrück) kein alltäglicher Termin, den sie am Donnerstagnachmittag wahrgenommen haben.
Sie nahmen einen rund 400 Kilo schweren Gedenkstein, der ursprünglich aus dem alten Fundament der Römerbrücke über die Nahe stammt, in Augenschein.

Dieser Stein erinnerte seit 1997 am Bingerbrücker Ehrenmal (am Heilig-Kreuz-Weg) an Selma und Hermann Herz sowie an Klara, Ludwig, Ruth und Friedrich Müller. Die ehemaligen Bingerbrücker Juden wurden 1942 in das Lager Piaski im Bezirk Lublin (Polen) deportiert. Es war eine Durchgangsstation zu den Vernichtungslagern Sobibor, Majdanek und Belzec.

Die Umsetzung des Steins, die Christoph Kasper und Thomas Dahn vom Binger Friedhofsamt mit weiteren Kollegen ausgeführt hatten, war von Carl Woog, der noch lange persönlichen Kontakt zu einem Sohn der Eheleute Herz hatte, und Hermann-Josef Gundlach angeregt worden. Der Stein war am alten Lageort bereits mehrfach mit Farbe bespritzt worden und die Stelle am Ehrenmal werde nur noch selten frequentiert, wie die beiden betonen. Außerdem erleichtere es jüdischen Besuchern, nun auch den Familien Herz und Müller auf dem jüdischen Friedhof zu gedenken. Nachdem jetzt die Genehmigung durch die Mainzer jüdische Gemeinde vorlag (sie ist der Eigentümer des jüdischen Friedhofs), hat der Stein nun seinen Platz im Eingangsbereich, neben den Steinfragmenten der ehemaligen Binger Synagoge, gefunden.

Bereits 1987 begann man in Bingerbrück mit der Umbenennung der damaligen „Poststraße“ in „Karl-Wolff-Straße“ an die früheren Mitbürger zu erinnern. Elf Jahre später, 1998, wurde auf Initiative von Brigitte Giesbert der AKJB gegründet, der sich zur Aufgabe macht, die Erinnerung an die Juden in Bingen und den Stadtteilen aufrecht zu erhalten.

„Ich bin wirklich froh, dass wir in Bingen so engagierte Menschen haben, die in dieser Form die Geschichte aufrechterhalten. Wir dürfen nicht vergessen, was einmal passiert ist“, so Oberbürgermeister Thomas Feser.

Neben dem Gedenkstein auf dem jüdischen Friedhof erinnern noch „Stolpersteine“ in der Schloßstraße und im Benediktusgarten an die beiden Familien. Sie sind jeweils vor den Häusern der letzten freigewählten Wohnungen verlegt.

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