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„Der Schatz von Bingen“ in Bild und Ton

Do 07.02.2019 | Pressemitteilungen

Dr. Karl-Maria Heidecker, Maria Ott-Grimm und Fritz Poppenberg (v. li.) bei der Vorstellung der DVD „Der Schatz von Bingen“. Im Hintergrund ein Teil des Ärztebestecks.

DVD zum berühmten Ärztebesteck wurde vorgestellt

Das „Binger Ärztebesteck“ gilt als eines der umfangreichsten seiner Art. Das aus 67 Teilen bestehende antike Arztinstrumentarium wurde 1925 bei Bauarbeiten in der Cronstraße gefunden. „Mit dieser Sammlung, die Dank der profunden Kenntnisse durch Dr. Karl-Maria Heidecker wissenschaftlich überarbeitet wurde, besitzt unser Museum am Strom ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Es zeigt, wie man die Geschichte kennenlernen kann, denn die Instrumente aus dem zweiten christlichen Jahrhundert sind – mit Ausnahme des Materials – zum großen Teil den unsrigen sehr, sehr ähnlich“, so Oberbürgermeister Thomas Feser bei der Präsentation der DVD „Der Schatz von Bingen“.

Er dankte Dr. Heidecker herzlichst für dessen Engagement zugunsten der Stadt und überreichte ihm eine limitierte Goldmedaille des Mäuseturms.

Der mittlerweile 91-jährigen Mediziner war über lange Jahre als Ärztlicher Leiter des Heilig-Geist-Hospitals tätig, er war Gründungs- und ist nun Ehrenmitglied des Fördervereins des Historischen Museums am Strom – vor allen Dingen aber ist er seit 45 Jahren ein absoluter Kenner des berühmten Binger Ärztebestecks und hat in zahlreichen Vorträgen und Publikationen das Instrumentarium vorgestellt.

Nun hat Dr. Heidecker zusammen mit Fritz Poppenberg einen rund 45-minütigen Film (plus Bonusmaterial) hergestellt, der die verschiedenen Aspekte in Bezug auf die historischen wie auch die medizinischen Hintergründe erläutert.

Dr. Heidecker geht davon aus, dass das Ärztebesteck einem Chirurgen gehört haben muss. Trepanationsinstrumente (zur Öffnung der Schädeldecke), Skalpelle (sogar mit auswechselbarer Klinge), Schröpfköpfe, Haken, Sonden und vieles mehr geben einen Einblick in die Zeit vor rund 1800 Jahren. Wer der Besitzer all dieser Dinge war, ist unbekannt. Zwar wurde ein Votivstein für einen Arzt gefunden, doch aufgrund des Schriftbildes könne man davon ausgehen, dass Quintus Avitus Hermes erst im dritten oder vierten Jahrhundert im damaligen Bingen lebte.

Des Weiteren gibt Museums- und Kulturamtsleiter Dr. Matthias Schmandt eine Einführung in die keltische und römische Geschichte der Stadt und der emeritierte Ordinarius für Geschichte der Medizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Werner Kümmel, spricht über archäologische sowie schriftliche Quellen. Auch Maria Ott-Grimm, die Tochter des Binger Studienrates Franz Ott, kommt zu Wort und erzählt, dass es ihrem Vater zu verdanken war, dass das umfangreiche Konvolut aufgrund einer Notlüge nach dem Zweiten Weltkrieg in Bingen blieb und nicht in die USA verschleppt wurde.

Der „Schatz von Bingen“ ist im Museum am Strom sowie im Buchhandel (ISBN 978-3-936344-74-5) zum Preis von 14,95 Euro erhältlich.

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