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Besuch in Speyer-West

Di 13.11.2018 | Pressemitteilungen

Die Arbeitsgruppe Demografie beim Besuch in Speyer. Mit auf dem Foto (3. v. li.) ist auch  Jürgen Schubert.

Demografie AG auf der Suche nach neuen Konzepten

gemacht, Impulse zu geben, wie die Auswirkungen des demografischen Wandels aufgefangen werden können. Das Thema Generationen übergreifendes Wohnen liegt den Mitgliedern dabei sehr am Herzen.

Um herauszufinden, welche Möglichkeiten des gemeinschaftlichen Wohnens es gibt, fuhren die Mitglieder der AG nach Speyer-West. Jürgen Schubert von der Gewo Wohnen GmbH führte durch die Wohnanlage im Eduard-Mörike-Weg und erläuterte die Maßnahmen.

In Speyer-West leben 13.500 Einwohner. Die Gewo Wohnen betreibt dort 1.400 Wohnungen. Wie auch in Bingen und in anderen Städten leben in diesen gewachsenen Quartieren viele ältere Menschen alleine oder zu zweit in großen drei bis vier Zimmer Wohnungen, die nicht seniorengerecht sind. Für die Senioren stellt sich jedoch gar nicht die Frage nach einem Umzug, da sie in dem ihnen bekannten Quartier alt werden möchten und liebgewonnenen Nachbarschaften und Freunde nicht verlieren wollen.

Die Gewo Wohnen wollte diesen Menschen entgegen kommen und im Quartier barrierearmen Wohnraum schaffen. Nach einer ausgiebigen Bürgerbeteiligung konnten durch Nachverdichtung 36 Wohnungen in drei neuen Häusern realisiert werden. Die Mehrfamilienhäuser wurden aus Holzfertigbauelementen hergestellt, nur das Treppenhaus ist in Stahlbeton ausgeführt. „Durch diese Bauweise verkürzte sich die Bauzeit enorm, und somit auch die Belastung der Anwohner“, erläuterte Schubert. Das Bauvorhaben wurde gefördert durch das Programm „Gemeinschaftlich wohnen, selbstbestimmt leben“ des Bundesministeriums für Familien Senioren, Frauen und Jugend. Es entstanden Kosten von 6 Millionen Euro.

„Dass nachverdichtet wurde, sieht man wirklich nur an den unterschiedlichen Häu-serformen. Es bleibt noch sehr viel Platz zwischen den Häusern zum Spielen und um sich zu treffen“, so die Exkursionsteilnehmer.

Die Mitglieder der Demografie AG besichtigten eine Wohnung und waren erstaunt über das tolle Wohnklima und die gute Raumaufteilung. Das Ehepaar, das zur Besichtigung eingeladen hatte, schwärmt: „Hier wohnen wir sehr ruhig. Wir hören nichts von unseren Nachbarn, auch wenn das Haus aus Holz gebaut ist. Mittags gehen wir immer zum Essen ins Quartierscafé und treffen uns mit unseren Nachbarn.“

Bei der Belegung der Wohnungen hatten Mieter aus dem Viertel Vorrang. Es wurden von den Kundenbetreuern rund 200 Gespräche geführt, um den Senioren diese altersgerechten Wohnungen näher zu bringen. Zehn Wohnungen wurden dann „aus dem Quartier„ besetzt. Die Mietkosten betragen 7,70 Euro pro qm und 2 Euro Nebenkosten. Die alten Wohnungen der Mieter wurden saniert und an junge Familien vermietet um eine Durchmischung des Quartiers zu sichern.

Erstaunt haben die Mitglieder der Demografie AG die vielfältigen Räumlichkeiten des Q+H. Sogar einen Raum für Familienfeiern kann man hier für kleines Geld mieten.
Hierbei handelt es sich um das ehemalige Kirchengebäude St. Hedwig, das von der Gewo gekauft und zum Kommunikationszentrum Q+H (Quartierstreff + St. Hedwig) umgebaut wurde. Neben einem Raum für die Kirchengemeinde, einem Café, einer Tagesstätte für Senioren mit Pflegebedarf, einem Jugendtreff, einem Hausaufgabenraum, etc. hat hier auch der Pflegedienst seinen Sitz. In Anlehnung an das „Bielefelder Modell“ ist auch in Speyer-West die ambulante Versorgung zu Hause gesichert.

Die Mitglieder der Demografie AG sind sich einig, „Dies ist ein tolles Konzept. Mit der Nachverdichtung wurde Wohnraum geschaffen, der den Senioren die Möglichkeit gibt in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben, und größere Wohnungen frei macht für junge Familien. Wir werden die Politik anregen zu prüfen, ob dieses Konzept in Bingen umsetzbar ist.“

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