WIRTSCHAFT UND TAGUNGEN

Die Stadt Bingen am Rhein ist ein vitales Mittelzentrum am Rande des Ballungsraumes Rhein-Main. Mit einer guten verkehrlichen Anbindung, einer ausgewogenen Infrastruktur und seiner Lage in einer einzigartigen Kulturlandschaft ist Bingen der ideale Wohn- und Gewerbestandort.

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Christine Nubbemeyer
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55411 Bingen am Rhein
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Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept - ISEK

Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, kurz „ISEK“, enthält als gemeinsame Ziel- und Handlungsgrundlage Angaben zu zielorientierten integrierten Lösungsansätzen sowie zu konkreten geplanten Maßnahmen für das Programmgebiet „Bingen-Bingerbrück“. Es basiert auf einer Analyse der Herausforderungen und Potenziale des Stadtteils und wurde unter Beteiligung lokaler Akteure entwickelt.

Das ISEK bildet den Orientierungsrahmen für die Entwicklung von Bingerbrück für einen Zeitraum von circa zehn Jahren und ist auf Fortschreibung angelegt. Das bedeutet, dass die Ziele und Maßnahmen regelmäßig auf ihre Aktualität und Plausibilität angesichts fortschreitender Entwicklungen im Stadtteil und der Gesamtstadt überprüft werden. In einem Rahmenplan werden die Maßnahmen als räumliches Leitbild zusammenfassend dargestellt.

Maßnahmen aus dem ISEK

Damit eine nachhaltige, funktionale, sowohl räumliche als auch gestalterische Entwicklung der Wohnquartiere und Freiräume des Programmgebiets und insbesondere auch eine Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen möglich sind, wurden Handlungsfelder definiert und strategische Ziele bestimmt werden. Die im Folgenden aufgeführten Handlungsfelder und Ziele der „Sozialen Stadt Bingerbrück“ sind ein Resultat des partizipativen Prozesses der Vorbereitenden Untersuchungen, gepaart mit statistischen Fakten aus der Sozialstrukturanalyse und städte-baulichen Bewertungen. Sie sind durchweg mit den Menschen vor Ort und unter Beachtung der geäußerten Bedarfe entwickelt. Welche konkreten Maßnahmen zur Zielerreichung in den einzelnen Handlungsfeldern angestrebt werden, ist auszugsweise unter Projekte und Maßnahmen nachzulesen.

Handlungsfeld I – Soziale Infrastruktur, Nachbarschaft und Angebote

Mit dem Verkauf des Vereinsheims in der Gutenbergstraße 5 ging einer der Standorte sozialer Inf-rastruktur verloren. Im Rahmen der Sozialstrukturanalyse wurde deutlich, dass es im Quartier keinen Kristallisationsort mehr für Vereine gibt. Gleichzeitig ging aus den Beteiligungsprozessen hervor, dass die vorhandenen Vereine und Akteure im Gebiet gerne mehr miteinander kooperieren und ihre Angebote ausbauen würden, die vorhandenen Räumlichkeiten dies jedoch nicht zulassen. Eine vermehrte Kooperation der Vereine ist unerlässlich, da fast alle Vereine von Nachwuchsschwierigkeiten, Mitgliederschwund und zum Teil von wegfallenden Angeboten berichten. Gleichzeitig betonten die Bürgerinnen und Bürger, dass es im Programmgebiet nicht genügend Angebote gibt. Vermehrt wurde geäußert, dass insbesondere Räumlichkeiten und Angebote für Jugendliche fehlen.

Auch die beiden Kindertagesstätten im Programmgebiet weisen erhebliche räumliche Defizite auf. So sind weitere Angebote, beispielsweise im Bereich der Elternbildung, aufgrund der räumlichen Einschränkungen nur bedingt bis gar nicht möglich.

Ziele im Handlungsfeld I - Soziale Infrastruktur, Nachbarschaft und Angebote

Ziel I.1: Ausbau, Erweiterung und Vernetzung wichtiger Einrichtungen und Akteure im Quartier, Stärkung der Vereins-strukturen

Ziel I.2: Bündelung bestehender Angebote und Ergänzung fehlender Angebote

Ziel I.3: Verbesserung des sozialen und inter-kulturellen Zusammenlebens und Zusammenhalts sowie der Integration aller Bevölkerungsgruppen

Handlungsfeld II – Öffentlicher (Straßen-)Raum, Wohnumfeld und Wohnen

Obwohl durch die naturräumliche Lage und die benachbarten Naherholungsmöglichkeiten ver-schiedene Freiraumangebote für den Stadtteil bestehen, ist die Versorgung mit Grün- und Freiräumen auch im Hinblick auf die Wohnfunktion des Standortes insgesamt als eher schlecht einzuschätzen. Der zentrale Venarey-Les-Laumes-Platz wird derzeit als Aufenthaltsbereich im Grunde nicht genutzt. Er erfüllt die seitens der Bürger vorgetragenen Ansprüche an einen zentralen Ort im Stadtteil, der auch der Begegnung, der Kommunikation und dem Austausch dient, nicht.

Der Stadtteil Bingerbrück wird durch die Koblenzer Straße / B9 durchquert, die als überörtliche Verkehrsstraße besonders zu Werktagen sehr hohe Verkaufsaufkommen aufnimmt. Die Verkehrsbelastungen gehen mit Lärm und Luftverschmutzungen einher, die den Wohnstandort belasten. Die hohen Verkehrsaufkommen an motorisiertem Verkehr machen den Straßenraum für Radfahrer und Fußgänger unattraktiv. Als Teil des öffentlichen Raums weist die Koblenzer Straße keine Gestaltungs- oder Aufenthaltsmerkmale auf.

Die Straßenräume vieler Anliegerstraßen sind aus verkehrstechnischer Sicht für alle Verkehrsteilnehmer/innen in einem schlechten Zustand. Die Gehwege und Straßen sind vielfach sanierungs-bedürftig und eine barrierefreie bzw. -arme Erschließung ist auch in Hinblick auf ein altersgerechtes Wohnumfeld nicht gewährleistet. Zusätzlich ist das Programmgebiet durch einen hohen, in wesentlichen Teilen aus dem Bahnpendlerverkehr begründeten, Parkdruck und einhergehendem Parksuchverkehr belastet.

Ziele im Handlungsfeld II - Öffentlicher (Straßen-)Raum, Wohnumfeld und Wohnen

Ziel II.1: Aufwertung des öffentlichen Raums

Ziel II.2: Verbesserung der Wohn- und Aufenthaltsqualität

Ziel II.3 Verbesserung der Verkehrssicherheit

Handlungsfeld III – Wirtschaft und Beschäftigung

Der Leerstand auf der Koblenzer Straße spiegelt einen andauernden Prozess im Programmgebiet wider: Immer mehr Betriebe und Einzelhandelsgeschäfte verabschieden sich aus Bingerbrück. Besonders im Rahmen der Beteiligungsprozesse wurde deutlich, dass die Bewohnerinnen und Bewohner fußläufige Einkaufsmöglichkeiten vermissen. Seit der Schließung des Lebensmittelmarktes in der Koblenzer Straße sind diese im Programmgebiet nicht mehr gegeben. Auch der (einzige) Bäcker im Programmgebiet, ebenfalls in der Koblenzer Straße, wird den Standort mittelfristig verlassen. Insbesondere für ältere, weniger mobile Menschen hat dies große Herausforderungen zur Folge. Nichtsdestotrotz gibt es einige etablierte, für das Programmgebiet immens wichtige Unternehmen im Stadtteil, die es zu halten gilt.

Ziele im Handlungsfeld III - Wirtschaft und Beschäftigung

Ziel III.1: Stärkung von vorhandenen, lokalen Wirtschaftsstrukturen und Förderung von weiteren wohnungsnahen Versorgungsmöglichkeiten; Mobilisierung der wirtschaftlichen Potenziale im Stadtteil

Ziel III.2: Aktivierung von Arbeits- und Ausbildungspotenzialen im Quartier, Ausbau von arbeitsmarktunterstützenden Aktivitäten

Handlungsfeld IV – Image, Identität und Teilhabe

Der etablierte Spitzname des Stadtteils Bingerbrück „Kaltnaggisch“ spiegelt das Image des Stadtteils wider: „kalt und nackt“ sind demnach Eigenschaften, die Bingerbrück nachgesagt werden.

Bereits bei den ersten Gesprächen mit Schlüsselpersonen des Stadtteils wurde von einer geringen Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit Bingerbrück berichtet. Zwar gibt es einige, sehr aktive Personen im Stadtteil, jedoch haben gerade kleine Vereine mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Auch die verbreitete Anonymität und eine hohe Fluktuationsquote im Stadtteil tragen dazu bei.

Im Rahmen der durchgeführten Beteiligungsveranstaltungen wurde des Öfteren bemängelt, dass Hildegard von Bingen eine stärkere Identitätsfigur in Bingerbrück sein könnte. Bisher spielt diese mehr in Bingen-Stadt als in Bingerbrück, wo sie eigentlich gelebt und gewirkt hat, eine Rolle.

Ziele im Handlungsfeld IV - Image, Identität und Teilhabe

Ziel IV.1: Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, Schaffung von Teilhabe- und Mitwir-kungsmöglichkeiten im Quartier

Ziel IV.2: Förderung der Identifikation der Bewohner/innen mit ihrem Quartier und bestehenden Einrichtungen

Ziel IV.3: Förderung der Stadtteilöffentlichkeit, Verbesserung des Stadtteilimage


Unterlagen

Das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept für das Programmgebiet „Bingen-Bingerbrück“ wurde am 20.06.2017 im Planungsausschuss und am 29.06.2017 im Rat der Stadt Bingen beschlossen sowie mit Schreiben vom 23.08.2017 durch den Fördermittelgeber bewilligt.

Das gesamte Konzept erhalten Sie auf Nachfrage beim Quartiersmanagement oder beim Stadtbauamt Bingen am Rhein.


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Ansprechpartner Juliane Rohrbacher
Telefon 0160 5511531
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