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Disibodenberg

Kloster DisibodenbergAn der Mündung der Glan in die Nahe erhebt sich der Disibodenberg aus dem Umland. Noch heute zeugen die beeindruckenden Klosterruinen auf dem bewaldeten Bergplateau von dessen ereignisreicher Vergangenheit, die so eng mit der Lebensgeschichte Hildegards von Bingen verknüpft ist. Schon lange vor Hildegard war der Disibodenberg ein Ort religiösen Lebens. Der Name des Berges ist auf den heiligen Disibod zurückzuführen, der dort im 7. Jahrhundert ein Kloster gegründet haben soll. Alles, was man heute über den Heiligen weiß, stammt aus einer Vita, die von Hildegard von Bingen im Jahr 1170 verfasst worden ist. Eine Verehrung Disibods als Heiligem ist schon für das 9. Jahrhundert bezeugt. Ob es jedoch schon zu dieser Zeit auch ein Kloster auf dem Disibodenberg gab, kann nicht sicher belegt werden. Hildegard berichtet, es sei im 10. Jahrhundert aufgrund von Überfällen und des negativen Einflusses eines Mainzer Erzbischofs untergegangen. Durch den Mainzer Erzbischof Willigis von Mainz (975-1011) erfolgte dann die Gründung eines Kanonikerstifts auf dem Disibodenberg. Zwölf Augustiner-Chorherren, die seelsorgerische Aufgaben in der Umgebung übernehmen sollten, bezogen es. Archäologisch konnten bisher allerdings keine Gebäude aus dieser Zeit lokalisiert werden. Schließlich rief Ruthard von Mainz (1089-1109) 1108 Benediktinermönche aus St. Jakob in Mainz auf den Disibodenberg. Bald darauf dürften auch die Bauarbeiten der neuen weitläufigen Klosteranlage begonnen haben, die wohl 1143 mit der Weihe des Hochaltars in der Klosterkirche abgeschlossen wurden.

Für Besucher des Disibodenbergs, die sich für seine berühmteste Bewohnerin interessieren, ist besonders eine Frage zentral: Wo lebte und wirkte Hildegard von Bingen? Die historischen Quellen allein liefern uns hierzu keine genauen Angaben. Aus ihnen wissen wir nur, dass Hildegard mit ihrer Lehrerin Jutta am 1. November 1112 in einer steinernen Klause mit nur einem kleinen Fenster eingeschlossen wurde. Hildegard selbst gibt in ihrer Vita den Hinweis, sie habe von der Klause aus die Bauarbeiten an der Klosterkirche beobachten können.

1985 begann das Landesamt für Denkmalpflege unter der Leitung von Günther Stanzl mit der archäologischen und baugeschichtlichen Untersuchung des Areals. Eine häufig geäußerte Vermutung für den Standort der Klause wies auf ein Gebiet südwestlich der Klosterkirche. Doch mussten die Ausgräber feststellen, dass massive Geländeaufschüttungen eine Grabung hier unmöglich machten: eine archäologische Überprüfung musste also unterbleiben. Neu entfacht wurde die Standort-Diskussion 1997 durch einen Beitrag des Historikers Eberhard Nikitsch: Er wies darauf hin, dass die 1108 begonnen Bauarbeiten an den Klostergebäuden 1112 noch nicht weit fortgeschritten gewesen sein konnten. Deswegen lenkt er den Blick bei der Suche nach Hildegards erster Wirkungsstätte auf die zu Anfang des 12. Jahrhunderts wohl noch vorhandenen Gebäude des alten Kanonikerstifts auf dem Disibodenberg. Auf Grundlage der von Hildegard verfassten Vita Disibods sieht Nikitsch das Stift auf einer Anhöhe an der Ostseite des Berges, wo eine Kapelle und ein mittelalterlicher Friedhof nachgewiesen sind. Bei dieser Kapelle handle es sich um die Kirche des Stifts und hier, im nördlichen Seitenschiff, hätten – so Nikitsch – die Klausnerinnen gelebt. Durch einen nachgewiesenen nördlichen Eingang hätten sie den Raum betreten und Besucher empfangen sowie über ein Fenster den liturgischen Handlungen in der Kirche folgen können.