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Leerstehende Hertie-Häuser sollen bis Ende 2014 neue Nutzer finden

Mi 04.09.2013 | Hertie

Auch fünf Jahre nach dem Hertie-Aus stehen vielerorts noch Häuser der ehemaligen Kaufhauskette leer. Bürgermeister der betroffenen Städte haben sich zusammengetan, um daran etwas zu ändern. Nun haben sie eine erste Bilanz gezogen.

Bingen (dpa/lrs) - Die noch leerstehenden Gebäude der einstigen Warenhauskette Hertie in deutschen Städten sollen bis Ende nächsten Jahres neue Nutzer gefunden haben. Bislang seien 10 von 32 Häusern verkauft worden, berichtete eine Initiative von Bürgermeistern aus Kommunen mit früheren Hertie-Standorten. In einem weiteren Fall fehle nur noch die Unterschrift des Insolvenzverwalters, sagte Sebastian Mogos-Lindemann vom zentralen Vermarkter CR Investment Management am Dienstag in Bingen. Bis Ende des Jahres sollen weitere vier Verkäufe abgeschlossen sein.

Bis Ende 2014 sollen nach Angaben der Initiative auch die restlichen Häuser veräußert werden. Verkauft sind bislang die Häuser in Bocholt, Cuxhaven, Gelsenkirchen, Görlitz, Husum, Kamen, Meschede, Peine, Stade und Tuttlingen. Unter den verbleibenden sind die drei rheinland-pfälzischen in Bingen, Idar-Oberstein und Neustadt/Weinstraße.

«Es ist nicht so, dass wir bislang nur die besten Häuser verkauft haben», betonte Mogos-Lindemann. Es seien auch für sehr schwierige Fälle Lösungen gefunden worden - etwa im niedersächsischen Peine, wo die Stadt selbst das alte Hertie-Haus gekauft habe. Ein klassisches Warenhaus sei aber in keinem der bereits veräußerten Häuser mehr entstanden. Häufig gebe es dort nur noch Einzelhandel auf ein, zwei Etagen, der Rest werde anderweitig genutzt. Auf die Frage, was der Verkauf der Standorte eingebracht habe, antwortete Mogos-Lindemann: «Zu wenig.» Kein Objekt habe über zehn Millionen Euro gelegen.

Die Städte mit noch nicht verkauften Häusern wollen in den kommenden Monaten ihren Beitrag zu einem Verkauf zu leisten. In Delmenhorst habe der Stadtrat der Erweiterung eines Einkaufszentrums am Rand nicht zugestimmt, um ein «klares Signal für die Innenstadt» zu geben, berichtete Oberbürgermeister Patrick de La Lanne (SPD). Probleme könnte indes der wachsende Onlinehandel bereiten. Dieser bereite Geschäften in Innenstädten grundsätzlich Probleme, sagte der Binger Oberbürgermeister Thomas Feser (CDU).

Zu dem Treffen waren Bürgermeister aus ehemaligen Hertie-Städten in ganz Deutschland gekommen. Ihr Ziel ist es, die Vermarktung der leerstehenden Immobilien gemeinsam vorantreiben. Vor etwa einem Jahr hatten sie sich schon einmal in Bingen zusammengesetzt und in einer gemeinsamen Erklärung eine Lösung gefordert.

Die Hertie-Kette war 1993 vom Karstadt-Konzern übernommen worden, die Häuser wurden umbenannt. 2005 verkaufte die damalige Karstadt Quelle dann 74 Häuser an britische Finanzinvestoren, die später den Namen Hertie wiederbelebten. 2008 meldete das Unternehmen schließlich Insolvenz an. Rund 2600 Mitarbeiter verloren ihren Job.

Mit freundlicher Genehmigung der dpa.

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