Konzernbevollmächtigter verweist auf extrem Verschmutzung und Vandalis-mus
Auf die Anfrage von Oberbürgermeister Thomas Feser zur Verbesserung der Toiletten- und Gepäckaufbewahrungssituation am Hbf Bingen reagierte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn, Udo Wagner, in einem Schreiben. Dabei verwies er auf die häufig extreme Verschmutzung und die Vandalismusschäden, die immer wieder zur gänzlichen Funktionsuntüchtigkeit der Anlagen geführt hätten.
In seinem erneuten Schreiben macht Thomas Feser deutlich, das er diese Argumentation nur bedingt gelten lassen kann. „Jede größere Kommune ist gehalten, in ihrem Bereich öffentliche Toiletten vorzuhalten und hat dabei dafür Sorge zu tragen, dass sich diese in einem benutzbaren und menschenwürdigen Zustand präsentieren“, stellt Thomas Feser für die Kommunen klar.
Auch am Hauptbahnhof Bingen seien verschieden Modelle denkbar, wie eine solche Einrichtung funktionieren könnte. Dabei schlägt er eine Überwachung durch Personal, eine Öffnung nur gegen Entgelt durch Automaten oder regelmäßige Kontrollen in gewissen Zeitabständen vor.
„Letzteres sollte doch am Hauptbahnhof möglich sein, schließlich funktioniert ja auch die Überwachung der Parkflächen auf dem Bahnhofsvorplatz durch das von der Bahn beauftragte Unternehmen Contipark“, macht Thomas Feser gleich auch einen personellen Vorschlag. Neben der Verkehrsüberwachung könnte Contipark doch auch regelmäßig die Toiletten kontrollieren, um Vandalismusschäden gezielt vorzubeugen; da die Kontrolleure ohnehin regelmäßig am Hauptbahnhof seien, wäre dies sicher ein vertretbarer und zeitlich geringer Mehraufwand.
Alternativ oder ergänzend könnten die Schlösser der Toilettenanlage mit einem Schließsystem versehen werden, das nur gegen Entgelt eine Benutzung zulässt. Darüber hinaus stelle sich auch die Frage, ob die Betreuung der Toiletten nicht auch für einen professionellen Betreiber interessant sein könnte, wenn man ihm die Toilettenanlagen, sowie auch die Schließfächer gleich mehrerer Bahnhöfe im Mittelrheintal zur Bewirtschaftung anbietet.
„Kundenfreundliche Dienstleistungen haben auch privatwirtschaftliche Unternehmen vorzuhalten. Sie sind gerade die Vorrausetzung für zufriedene Kunden, das Image eines Unternehmens und nicht zuletzt Maßstab der ServiceQualtiät, deren sich deutschlandweit und in Rheinland-Pfalz besonders viele Unternehmen und Betriebe nicht nur im touristischen Bereich angeschlossen haben“, so Thomas Feser in Reaktion auf den Hinweis die Bahn als privatwirtschaftliches Unternehmen sei gezwungen, wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen. „Für Ihre Haltung, sich durch den Hinweis auf Vandalismusschäden dieser Kundenfreundlichkeit zu entziehen, dürften Ihre Kunden wenig Verständnis haben. Das belegen auch die bei uns immer wieder eingehenden Beschwerden“.
Im Hinblick auf eine finanzielle Mitwirkung der Stadt, wie sie Udo Wagner in seinem Antwortschreiben angedeutet hat, sieht der Stadtchef wenig Spielraum. Immerhin habe die Stadt Bingen schon den Bahnhofsvorplatz auf bahneigenem Gelände ausgebaut und auch für die Barrierefreiheit durch die Brückenüberführung und die Aufzugsanlagen gesorgt. Letzteres habe man zudem noch weiterhin in der Unterhaltungslast. Insofern habe die Stadt schon reichliche Vorleistungen zur Verbesserung der Situation für die Bahnkunden geleistet. Dennoch ist Oberbürgermeister Thomas Feser bereit, unter der Vorraussetzung, die von ihm aufgezeigten Möglichkeiten werden geprüft, ein konstruktives Gespräch mit dem Konzernbevollmächtigten und den Bahnhofsmanager zu führen.
Antwortschreiben von Herrn Wagner (PDF)
2. Schreiben von Herrn Oberbürgermeister Feser (PDF)
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