Blick von Burg Klopp ins Binger Loch

Antrittsbesuch DBB bei OB Feser

Friday, 17. August 2012

v.l.n.r.: OB Thomas Feser, August Huhn, Bardo Kraus, Hans Georg Korsch, Werner Neumann, Manfred Funck | Quelle: Stadt Bingen
v.l.n.r.: OB Thomas Feser, August Huhn, Bardo Kraus, Hans Georg Korsch, Werner Neumann, Manfred Funck
Quelle: Stadt Bingen
Tarifvertrag mit Aufstiegsmöglichkeiten angemahnt

Der immer noch im Verhandlungsstadium befindliche Tarifvertrag über die Eingruppierung der Angestellten in den Kommunalverwaltungen müsse auch Aufstiegsmöglichkeiten eröffnen. Darin waren sich der neue Binger Oberbürgermeister Thomas Feser und der Vorsitzende des Bezirksverbandes Rheinhessen des dbb (Beamtenbund und Tarifunion), Bardo Kraus, einig. Für die Beschäftigten sei es wichtig, in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich auch Entwicklungsperspektiven zu haben. An dem Gespräch auf der Burg Klopp nahmen weiterhin Manfred Funck, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes des dbb, die Vorstandsmitglieder August Huhn und Hans-Georg Korsch sowie Werner Neumann, Stadtverbandsvorsitzender der komba gewerkschaft, teil.

Die Gesprächspartner stimmten darin überein, dass Fort- und Weiterbildung im öffentlichen Dienst einen hohen Stellenwert habe und allen Mitarbeitern offenstehen solle. Bezirksvorsitzender Bardo Kraus wies darauf hin, dass durch das neue Landesbeamtengesetz der Fortbildung große Bedeutung für das Weiterkommen der Beamtinnen und Beamten zukomme. Deshalb setze sich der dbb dafür ein, dass bei allen kommunalen Dienstherren die hierfür benötigten Haushaltsmittel bereit gestellt werden.

Nachteile für Beamte in Rheinland-Pfalz

Werner Neumann sprach die zunehmende Zahl psychischen Erkrankungen an, die allgemein in der Arbeitswelt zu beobachten sei. Er halte das Zusammentreffen von beruflicher Belastung und privater Überlastung für einen wichtigen Auslöser solcher Erkrankungen. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass die Arbeitgeber verstärkt Angebote zur Gesundheitsförderung und zum betrieblichen Eingliederungsmanagement machen sollen. Oberbürgermeister Feser betonte die Bedeutung von persönlichen Ruhezeiten. Von daher spreche er sich für den Schutz der Sonntagsruhe aus.

Die mit dem Ersten Dienstrechtsänderungsgesetz eingeführten Verschlechterungen für die Beamten in Rheinland-Pfalz wurden thematisiert. Sowohl der Oberbürgermeister als auch die Vertreter des dbb sehen Rheinland-Pfalz damit ins Hintertreffen geraten. Bardo Kraus: „Es ist ein Armutszeugnis, dass zukünftig auch in unserem Land den von anderen Bundesländern kommenden Beamten eine Ausgleichszulage gezahlt werden soll, um so deren finanziellen Nachteile auszugleichen.“ Thomas Feser kritisierte, dass immer noch viele Lehrerinnen und Lehrer in befristeten Arbeitsverhältnissen beschäftigt seien. Man könne es den Betroffenen nicht verdenken, dass sie in benachbarte Bundesländer abwandern.

Übereinstimmung bestand auch in der Bewertung, dass die Ansprüche an die Verwaltung stetig zunehmen und die Aufgaben immer komplexer werden. Eine bürgernahe Verwaltung müsse über genügend Mitarbeiter verfügen und koste deshalb auch etwas mehr.

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