Einführung
Als "Binger-Wald" wird im geographischen Sinne der zwischen Nahe, Guldenbach und dem Rhein gelegene östliche Ausläufer des Soonwaldes mit zahlreichen Siedlungen, Feldern und Wäldern bezeichnet. Zu ihm gehören die Gemeindewälder von Weiler, Waldalgesheim, Roth, Warmsroth, Daxweiler und der Ingelheimer Stadtwald im Süden, sowie die Gemeindewaldungen der Ortsgemeinden Manubach, Oberdiebach, Nieder- und Oberheimbach sowie Trechtingshausen im Norden. Im Westen wird der "Binger-Wald" begrenzt durch die Gemeindewälder von Bacharach und Breitscheid sowie dem Staatswald "Struth". Komplettiert wird der "Binger-Wald" durch unterschiedlich große Privatwaldbesitze.
Während die im zentralen "Binger-Wald", zwischen Ingelheimer und Binger Stadtwald gelegenen Privatwälder, das "Ockenheimer Rod" und die "Reipoltskircher Waldung", mehrere hundert Hektar groß sind, haben die Privatwaldbesitze in den Rheintalgemeinden Manubach, Oberdiebach, Ober- und Niederheimbach sowie von Trechtingshausen und Bacharach, meist durch Realteilungen bedingt, Durchschnittsgrößen von weniger als 1 Hektar.
Im Unterschied zum größeren "Binger-Wald" als geographischem Begriff gehört der "Stadtwald Bingen", dessen größte Waldungen in der Mitte des "Binger-Waldes" gelegen sind, zum Eigentum der Stadt Bingen. Zum "Stadtwald Bingen" gehören zudem der Rochusberg, der ehemalige "Büdesheimer-Wald" sowie das "Dromersheimer Hörnchen", jeweils außerhalb der geographischen Grenzen des "Binger-Waldes" gelegen.

Binger Wald
Quelle: Stadt Bingen
Der mit über 1.860 Hektar größte zusammenhängende Waldblock des Stadtwaldes Bingen im zentralen "Binger-Wald" wird geschichtlich bedingt in einen "Vorderwald" und einen "Hinterwald" eingeteilt. Die beiden Waldareale werden in etwa durch die geteerte Zufahrt zum Forsthaus Jägerhaus und im weiteren Verlauf durch den Morgenbach in Richtung Rhein-Mündung bei Trechtingshausen getrennt.
Geschichte
Vorder- und Hinterwald unterschieden sich über mehrere Jahrhunderte durch die Form ihrer Bewirtschaftung. Während der Vorderwald dem „gemeinen“ Volk zur Versorgung mit Brennholz und als "Waldweide" für das Großvieh zur Verfügung stand, wurde der Hinterwald als Hochwald bewirtschaftet. Er lieferte das Holz für eine höherwertige Verwendung: als Fassholz und Bauholz für die verschiedensten Zwecke. Außerdem diente er den jeweiligen Herrschaften zur Hochwildjagd und unterlag daher einem beschränkten Betretungsrecht.
Die Geschichte des "Binger-Waldes" und des "Binger-Stadtwaldes" sind in dem Buch "Der Binger-Wald" von Herbert Müller, erschienen 1986 im Auftrag des Walderholungsverbandes Rhein-Nahe, ausführlich beschrieben.
Forstreviere
Bis ins 18. Jahrhundert zurück verfolgen kann man die Einteilung des "Stadtwaldes Bingen" in drei Forstreviere: Forstrevier Lauschhütte, Forstrevier Jägerhaus (seit 1969 mit Gemeindewald Trechtingshausen) und das Forstrevier Heilig-Kreuz. Zu jedem Forstrevier gehörte ein Forsthaus gleichen Namens, in dem die Förster mit ihren Familien noch bis etwa Mitte der 1970iger Jahre wohnten. Die Försterfrauen waren gehalten, eine kleine Wirtsstube ("Waldwirtschaft") zu führen.
Mit zunehmender Bedeutung des Waldes zum Zwecke der Erholung und der Freizeitgestaltung (Wandern, Joggen, Mountainbiking, Klettern u.v.m.), haben sich die alten "Waldwirtschaften" zu "Waldgaststätten" oder "Waldrestaurants" entwickelt, die sich allseits großer Beliebtheit und Zuspruchs erfreuen.

Forsthaus Heiligkreuz
Quelle: Stadt Bingen
Im Zuge der allgemeinen Forstreform, die in 2004 mit der Auflösung von über 40 Forstämtern in Rheinland-Pfalz eine neue Ära der Waldbewirtschaftung einleitete, wurden aus den ehemals 3 Forstrevieren, nach dem Ausscheiden eines Revierleiters in den Ruhestand,
nur noch zwei Forstreviere: das Forstrevier Jägerhaus-Lauschhütte und das Forstrevier Heilig-Kreuz.
Kletterwald Lauschhütte
Der Kletterwald Lauschhütte besteht aus einem Übungsparcours und vier großen Parcours in unterschiedlichen Höhen und Schwierigkeiten.
Nähere Informationen finden Sie im Internet unter
www.kletterwald-lauschhuette.de.