Pressekritiken zum Kulturuferfest 2011:
Aus der Allgemeinen Zeitung vom 04.07.2011:
Paradies auf drei Kilometern
KULTURUFERFEST Bunte Mischung aus Kunst, Musik und Gaukelei zieht viele Besucher an
Das ist der Stress-Test für alle Kulturfreunde, Eventbegeisterte und Partylöwen: Nach „Bingen swingt“, dem Open Air auf dem Rochusberg, dem Brunnenfest in der Innenstadt und dem nächtlichen „Rhein in Flammen“, gestern dann der einstweilen furiose Schlusspunkt mit dem Kulturuferfest. Das Publikum ließ sich aber Müdigkeit zumindest nicht anmerken und zeigte sich bei strahlendem Sonnenschein und einer frischen Brise so putzmunter wie das Programm selbst. Geboten wurde ein bunter Mix aus Kunst, Gaukelei, Stegreif-Comedy, Musik und Unterhaltung.
Gelächter in der Menschentraube
Begegneten einem am Ehrenmal die urkomischen und außerirdischen Quassler, die von einem fernen Planeten kommend als Touristen in Bingen gelandet waren und nun ihrerseits hilflos die Touristen mit ihren Fiep-Elektronik-Stimmchen anquasselten, ging’s am alten Zollamt zurück in die Vergangenheit, wo „Tanderadei“ Musik des 15. Jahrhunderts darbot, während der Rhein zu Füßen des Alten Krans vergnügt im Takt plätscherte. Dazwischen irgendwo in Grün, mit Riesenmütze, Blaulicht auf dem Kopf und Megaphon: Die Jazzpolizei, die richtig gute Laune machte. Überall, wo die Künstler ihren Spontanauftritt mitten unterm Volk inszenierten, bildete sich rasch eine Menschentraube. Es wurde gelacht, geklatscht, manchmal vor Überraschung und Begeisterung auch geschrien, so dass sich natürlich weitere Besucher aus dem dichten Strom von Gästen loslösten und ebenfalls Hälse reckend stehen blieben. Wem dann das alles ein bisschen viel wurde, der konnte in der weitläufigen Anlage oder direkt an der Promenade entspannen oder aber in der Hindenburganlage sich bei der besonderen Weinprobe festtrinken. Insgesamt wurden bei freiem Eintritt knapp 20 Veranstaltungen und Events in abwechselnder Folge und bei mehrmaliger Wiederholung geboten.
Der stille Star dieses unbeschwerten Nachmittags aber war das Kulturufer selbst, das eine Steilvorlage erhielt, um all seine Qualitäten auszuspielen. Der Spaziergang entlang des Rheines geriet zu einer echten Erlebnisreise, von der alle Sinne in reizvollem Wechsel angesprochen wurden. Denn während der Besucher vielleicht noch die skurrile und dennoch wunderbare Musik des Beatbox-Duos Acoustic Instinct im Ohr haben mochte und gerade eben noch über PasParTout mit seinem Elephant Walk herzlich gelacht hatte, wurde das Auge bereits von den Skulpturen in der Hindenburganlage angezogen oder später die Nase betört von den Gärten, die tatsächlich überraschen können.
Selbst für jene, denen diese geballte Ladung an Kultur, Spaß und Groteske allzu übermächtig daher kam, bleib genügend Raum zum Ausweichen. Auf die Wiese mit den Liegestühlen, auf die Terrassen der Gastronomie oder hinunter zum Rhein, wo sich die Schiffe majestätisch vorbei schoben und damit der Landschaftskulisse das letzte i-Tüpfelchen aufsetzten. Mit einem Wort: Jeder konnte sich an diesem beschwingt-lebensfrohen Ort wohlfühlen. Die Gesichter der flanierenden Besucher verrieten denn auch, dass sie dies ausgiebig taten: Sich wohlfühlen und genießen. Wie das Programm war auch das Publikum gemischt, Junge und Alte, Familien, Gruppen oder Einzelgäste. Heiterkeit und Entspanntheit trug die Stunden, fast so, als werde der Spaß nie mehr aufhören. Ein bisschen Paradies auf drei Kilometern Länge.
Autor: Erich Michael Lang
Aus dem Binger Wochenblatt vom 07.07.2011:
Was für ein Programm
Am Sonntag verwandelten Gaukler, Straßenkünstler und Musiker das Binger Kulturufer in eine Bühne
BINGEN (hem) – Wenn Bingen in Feierlaune ist, zeigt sich auch das Wetter von seiner besten Seite.Dann bevölkern Menschen mit strahlenden Gesichtern das Rheinufer das an diesem Wochenende zur absoluten Festmeile geworden war.
Das Kulturuferfest, das mit einem Gottesdienst im Park am Mäuseturm seinen Anfang nahm, entpuppte sich auch in diesem Jahr wieder als Publikumsmagnet.
Künstler zeigten ihr Können und luden die Festbesucher ein, sich künstlerisch zu betätigen. Während am Stand der Freunde von Nuits-Saint-Georges so mancher Kir oder Kir royal verköstigt wurde, mischen sich außerirdische Touristen „Die Quassler“ unters Publikum.
„Was für ein Programm“, freute sich Edith Drechsler, die bei der offenen Weinverkostung ihren Lieblingswein gefunden hatte. Da marschierten verrückte Gartenzwerge über den Rasen, da tanzte der freche Babyelefant verzehrte eine Banane nach der andern, dort waren Pantomimen am Werk, die Jazzpolizei mit ihrem schrägen Auftritt sorgte für gute Laune, der "Kettensägenmann" Christoph Engels lockte die Zuschauer an. Das Beatbox Duo Acoustic Instinct verblüffte. Kurzum alle Akteure sorgten für Spaß und gute Laune, vor allem, wenn sie das Publikum mit einbezogen. Bis zum Abend traf man fröhliche Menschen.
"Es ist ja kaum zu schaffen, all diesen tollen Events und Angebote mitzunehmen", freut sich Margit aus Hamm über die große Abwechslung und schaut begeistert den in mittelalterlichen Kostümen und mit historischen Instrumenten spielenden Tandaradei zu. Die Jugend zog es derweil in den Park am Mäuseturm, wo das große Finale des BMX Jam Contest stattfand. Hier zeigten die Gewinner der Vorentscheide ihr Können.
Während auf der Openair Bühne die Mädchentanzgruppe „Intombi Zomqangala“ aus Afrika eine mitreißende Tanztheater-Inszenierung darbot. Zumba auf der Bühne zum Mitmachen, und zum Finale KOLOR, die Band, die zum Mittanzen animierte. Bingen hat zum wiederholten Male ein gelungenes Kulturuferfest auf die Beine gestellt.
Autorin: Bernadette Heim
Aus der Neuen Binger Zeitung vom 06.07.2011
Kulturuferfest: Gaukler, Draufgänger und Komödianten
BINGEN. Bei strahlendem Sonnenschein besuchten unzählige Besucher von nah und fern am Sonntag das Kulturuferfest.
Auf einer Länge von rund drei Kilometern präsentierte sich das Rheinufer als Bühne für Musiker, Straßenkünstler und Gaukler.
Bei freiem Eintritt wurde den Gästen von 12 bis 19 Uhr ein buntes Programm für Groß und Klein geboten: Eröffnet wurde das Fest mit einem Gottesdienstes im Park am Mäuseturm. Zeitgleich öffnete das Stellwerk Bot die Tore für alle Interessierten. Ebenso lud die Binger Rudergesellschaft zum Tag der offenen Tür ein. Eine ganztägig offene Weinprobe bot die Vinothek in der Hindenburganlage an. Anhand von anschaulichen Modellen konnten die Besucher sich dort auch über den Einfluss der Bodenbeschaffenheit auf die Weine der Region informieren.
Die Winzerpavillions im schattigen Bereich des Parks baten zur Weinprobe der besonderen Art. Auch der „Alte Rheinkran“ öffnete sich dem Publikum, welches im Rahmen einer Vorführung der Funktionstüchtigkeit des Denkmals beim Verladen der Weinfässer auch selbst Hand anlegen durfte. Ebenfalls öffnete das Grüne Klassenzimmer der Stadtjugendpflege für einige Stunden seine Pforten. In mittelalterlichen Kostümen und auf historischen Instrumenten versetzten Tandaradei die Besucher zurück in die Zeit des 15. Jahrhunderts, als am „Alten Kran“ noch hart gearbeitet wurde. Schüler der Schauspielschule Mainz präsentierten als Walkact kleine Darbietungen aus dem Pantomime-Unterricht.
Ein Publikumsmagnet war auch die „Jazzpolizei“, eine mobile akustische Band aus Berlin, die ohne Noten Swing und New Orleans Jazz auf höchstem Niveau zeigten und sich mit Witz und Charme in die Herzen des Publikums spielten. Auf der Skateranlage fand dann das Finale des „Game of Skate“ Wettbewerbs statt, bei dem die Gewinner der Vorentscheide ihr Können zeigten. Auch das Finale des „BMX Jam Contests“ wurde dort ausgetragen. Die Theatergruppe PasParTout gab ihr Programm „Elephant Walk“ zum Besten, in dem musikalisch die Geschichte des alternden Zirkusdirektors und seinem Freund, dem halbstarken Elefanten beschrieben wird. Der Publikumsliebling Christoph Engels zeigte sich als Gaukler und Draufgänger. Er jonglierte mit einer laufenden Kettensäge während er mit pfiffigen Sprüchen um die Gunst der Zuschauer warb und viele Beobachter in seiner Darbietung zu Beteiligten machte.
Das Theater Pikante schickte seine Gartenzwerge an den Start, die auf der Suche nach einem lauschigen Fleckchen Erde ihrer treuen Schubkarre folgten. Als außerirdische Touristen mit seltsamen Stimmen und Fotoapparaten war auch die Gruppe foolpool mit ihrem Walkact „Die Quassler“ am Rheinufer anzutreffen, die das Publikum ohne Pardon miteinbezog. Unterdessen begeisterten am Museum am Strom Acoustic Instinct als Beatbox-Duo die Gäste. Auf der Open-Air-Bühne stellte die KinderKulturKarawane „Intombi Zomqangala“ in einer Theaterinszenierung traditionellen Tanz aus Simbabwe gemischt mit modernen Elementen vor.
Das gelungene Fest klang dann gegen 19 Uhr an der Open-Air-Bühne bei bestem Wetter mit dem Auftritt der rheinhessischen Band Kolor, die in diesem Jahr auch einen Auftritt bei Rock am Ring bestritt, aus.
Autorin: U. Schnepp