Das Museum im Profil: Kulturforum mit Ausstrahlung a) Allgemeine statistische Daten
Zwischen 2001 und 2006 konnten durchschnittlich etwa 11.800 Museumsbesuche jährlich gezählt werden. Im Jahre 2006 waren 115 geführte Gruppen und 58 Besuche von Schulklassen und Kindergartengruppen zu verzeichnen; außerdem wurden 16 Kindergeburtstage im Museum gefeiert.

Kinder erforschen das Museum
Quelle: Stadt Bingen
Zwischen 2001 und 2006 wurden 21 Sonderausstellungen gezeigt, die von insgesamt acht Publikationen begleitet wurden. Konnten bisher jährlich 3 - 4 kleinere Kabinettausstellungen (auf ca. 60 qm Fläche) realisiert werden, so steht ab 2008 ein größerer Bereich für Wechselausstellungen (ca. 200 qm Fläche) zur Verfügung. Hier sollen künftig 1 - 2 größere Ausstellungen stattfinden. Das öffentlich zugängliche Veranstaltungsprogramm des Hauses umfasst durchschnittlich etwa 30 Angebote im Jahr und reicht von Vorträgen über Thementage für die ganze Familie bis hin zu Konzerten, Theateraufführungen und Filmabenden. Die Stadt Bingen als alleiniger Träger bezuschusst das Museum mit bisher 170 – 200.000 € jährlich. Als Gestaltungsetat zur Durchführung sämtlicher Museumsprojekte stehen etwa 50.000 € zur Verfügung; weitere 10 - 20.000 € jährlich sind für den Ausbau der Museumssammlung und der Dauerausstellungen (in der Aufbauphase) einsetzbar.
b) Besucher

Die 100.000 Museumsbesucherin im Landesgartenschaujahr 2008
Quelle: Stadt Bingen
Das Publikum des Museums gliedert sich je etwa zur Hälfte in einen regionalen und einen überregional-internationalen Anteil. Während das heimische Publikum eher an regional- und stadtgeschichtlichen Themen interessiert ist und regelmäßig das Veranstaltungsprogramm des Hauses nutzt, besuchen Touristen und Tagesausflügler aus allen Teilen Deutschlands und der Welt das Museum vorrangig wegen der Dauerausstellung zu Hildegard von Bingen sowie – mit geringerer Intensität – aufgrund der Rheinromantikabteilung. Beide Ausstellungen sind daher durchgängig zweisprachig deutsch und englisch beschriftet. Relativ groß ist der Anteil spezialisierter Fachbesucher, die z.B. das „Binger Ärztebesteck“ und Sonderausstellungen besichtigen.
c) Museumspädagogik und historische Bildungsarbeit

Museumspädagogische Arbeit im Museum
Quelle: Stadt Bingen
Besonderes Augenmerk legt das Museum auf die Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das Museum versteht sich als außerschulischer Lernort, aber auch als Dienstleistungspartner für Schulen. Entsprechend den Anforderungen der Lehrpläne werden in Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Schulen Unterrichtsangebote erstellt sowie Materialien und Veranstaltungsformen individuell für einzelne Gruppen konzipiert. Das Museum ist mit einem eigenen Angebot am Ganztagsschulangebot vor Ort beteiligt. Ein eigener, speziell ausgestatteter Arbeitstraum steht für museumspädagogische Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Soweit es konservatorisch vertretbar ist, gilt die Devise „Anfassen erlaubt“, um vielfältige sinnliche Begegnungen der Schüler mit den Museumsobjekten zu ermöglichen. Angebote für Kindergeburtstage, die inzwischen bereits aus einem Umkreis von über 50 km gebucht wurden, und spezielle Familientage unter besonderem Motto runden das museumspädagogische Angebot ab. Die allgemeine historische Bildungsarbeit (auch für Erwachsene) ist ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Museumsarbeit. So obliegt dem Museum u. a. die Aus- und Fortbildung der Stadtführer. Grundsätzlich dient regelmäßige wissenschaftliche Forschung im Bereich der Stadt- und Regionalgeschichte sowie zu den musealen Spezialthemen stets dem Ziel baldiger Veröffentlichung durch Vorträge oder schriftliche Publikationen.
d) Partner und Kooperationen

Freundeskreis des Museums
Quelle: Stadt Bingen
Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Partnern ist für das Museum am Strom von großer Bedeutung. Neben Freundeskreis und Kuratorium, deren Unterstützung dem Haus regelmäßig zugute kommt, konnten zahlreiche Einzelprojekte durch spezielle Kooperationen realisiert werden: So entstand etwa die Sonderausstellung „Victor Hugo und das 21. Jahrhundert“ (2001) als Gemeinschaftsproduktion mit dem Maison Littèraire de Victor Hugo in Bièvres/Frankreich, während die große Doppelausstellung „Die Loreley“ (2004) in Kooperation mit dem Mittelrhein-Museum Koblenz durchgeführt wurde. Unter dem Motto „Rheinreise 2002“ war das Museum mit sieben weiteren Häusern und der Köln-Düsseldorfer Dampfschifffahrts AG an einer Ausstellungsreihe beteiligt. Wichtig für die Erarbeitung von Ausstellungsprojekten und deren Gestaltung ist auch die regelmäßige Zusammenarbeit mit Hochschulen. Partner waren bisher die TU München (Geologie), die Universitäten Trier und Mainz (Geschichte) sowie die Fachhochschulen Mainz und Darmstadt (Design bzw. Media Design).
Als Sponsoren für einzelne Museumsprojekte konnten bisher Vertreter der lokalen Wirtschaft, aber auch bereits mehrfach die Landesbank Rheinland-Pfalz und regelmäßig das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur gewonnen werden. Die Schirmherrschaft über Sonderausstellungen des Museums am Strom übernahm bereits mehrfach der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, und ein Grußwort des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau ziert eine Ausstellungspublikation des Hauses.
e) Außenwahrnehmung und Stellenwert
Innerhalb der Museumslandschaft genießt das Museum am Strom einen guten Ruf, wie nicht zuletzt die Beteiligung des Hauses am überregionalen Leihverkehr belegt. So konnten bereits Sonderausstellungen mit Objekten bestückt werden, die in Frankreich als „nationale Kulturschätze“ mit hohen Sicherheitsauflagen belegt sind. Hochkarätige Objekte wurden u.a. auch aus Wien, Luxemburg, München, Bremen, Kassel, Bonn und Köln zur Verfügung gestellt. Leihanfragen erreichten das Museum am Strom u.a. aus Brüssel, Antwerpen, Köln, Ingolstadt, Freiburg und Celle.
Regelmäßige Präsenz des Museums auch in überregionalen Medien belegt die inzwischen recht weit reichende Bekanntheit des Hauses. Häufig finden die Ausstellungsaktivitäten Niederschlag in der Kulturberichterstattung des SWR und bisweilen auch weiterer ARD-Anstalten (WDR, HR). In deutschlandweit erscheinenden Tageszeitungen (F.A.Z., Frankfurter Rundschau, WELT) wurde das Museum ebenso zur Kenntnis genommen wie in regionalen Journalen in einiger Entfernung (z.B. Bonner Generalanzeiger, Westfälische Rundschau, Nürnberger Nachrichten, Württembergisches Tagblatt) und in Fachmedien (u.a. Weltkunst, Numismatisches Nachrichtenblatt, Börsenblatt des deutschen Buchhandels). Besondere Aufmerksamkeit können Veröffentlichungen des Museums beanspruchen. So wurde das in Zusammenarbeit mit dem Mittelrhein-Museum Koblenz herausgegebene Loreley-Buch den ZEIT-Lesern als Weihnachtslektüre empfohlen und zum „Standardwerk zum Thema“ (Sehepunkte) erhoben. Die aufwändig gestaltete Reihe der „Binger Museumshefte“ wurde u.a. in dem bibliophilen Fachmagazin „Libri pretiosi“ gelobt.