
Museum am Strom - Salon 1820
Quelle: Stadt Bingen
Im Mittelpunkt der Rheinromantik-Abteilung des Museums steht eine einmalig vollständige Sammlung von Druckgrafik. Am Beispiel der Binger Stiche wird für einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren eine komplette Geschichte dieser für die Rheinromantik so wichtigen und typischen Kunstgattung anschaulich vermittelt. Repräsentative, wertvolle Beispiele von illustrierten Rhein- und Reisebüchern des 19. Jahrhunderts, aus denen diese Bilder stammten, lassen auch den ursprünglichen medialen und funktionalen Zusammenhang der Stiche erkennen. Die Bildergalerie wird ergänzt mit einer Darstellung zur Geschichte der Rheinreise und durch verschiedene Erlebnisräumen mit Original-Mobiliar des 19. Jahrhunderts: Hier wird das Lebensgefühl der Rheinromantik lebendig. Der „Salon der Goethezeit“ (um 1820) spiegelt den literarisch-musischen Schwerpunkt der frühen Phase. Ein Biedermeier-Salon (um 1850) steht für die Zeit bürgerlicher Zurückgezogenheit ins Häusliche. Ein in dieser Zeit populärer Reiseführer empfiehlt, den Rhein in den eigenen vier Wänden zu bereisen – mit romantischen Stichen anstatt der originalen Sehenswürdigkeiten vor Augen. Der gründerzeitliche Salon (um 1890) schließlich ist typisch für die späte Epoche der Rheinromantik: Neben Massentourismus und Industrialisierung steht nun die nationalistische Überhöhung des Flusses im Vordergrund.