Auf den Spuren der Roten Maus Ein Bummel durch Bingen ist sowohl unter dem Aspekt kulturhistorischer Sehenswürdigkeiten als auch wegen seiner herrlichen Aussichtspunkte und der Möglichkeit zum unbeschwerten Einkaufen lohnenswert.
Wir laden Sie ein, uns bei unserem Stadtrundgang zu begleiten.
Mit Hilfe des kleinen Stadtführers "Auf den Spuren der roten Maus" kann man innerhalb von 2 Stunden im Rahmen eines gemütlichen Spazierganges alle Binger Sehenswürdigkeiten kennen lernen.
Ausgehend von der Tourist-Information am Rheinkai gelangt man durch das Leitergässchen zur Mainzer Straße.
Im Reisebüro rechts ab bis zum Café Röthgen, dort links zum Eingang in den Burggraben.

Burg Klopp
Quelle: Stadt Bingen
Hier am Fuße der Burg empfängt uns eine herrliche Ruhe inmitten der Stadt. Durch den Burggraben, eine gepflegte Grünanlage, gelangen wir nach kurzer Zeit zur Burg Klopp, dem heutigen Sitz der Stadtverwaltung.
Sehenswert ist dort der 53 Meter tiefe Burgbrunnen sowie zahlreiche römische Meilensteine, die noch heute auf die Begründer der Stadt hinweisen.
Von Burg Klopp aus hat man einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, die Nahemündung mit dem Mäuseturm und der Ruine Ehrenfels am Tor zum romantischen Rhein sowie auf die Rebhänge des gegenüberliegenden Rheingaus. Vom Niederwald grüßt die stolze Germania. Der Blick geht nach rechts über Rüdesheim zur Abtei St. Hildegard in Eibingen, einem ehemaligen Filialkloster des Binger Klosters Rupertsberg der hl. Hildegard von Bingen. Weiter folgen wir dem Rheinstrom in Richtung Mainz und sehen die Rochuskapelle auf dem Rochusberg.
Wir steigen über die Treppenanlagen hinunter zum Bürgermeister-Neff-Platz. Dort wenden wir uns nach links und gelangen über die Zehnthofstraße hinunter an die Nahe.
Wir überqueren die Fahrbahn und gehen entlang der Nahe nach links zur Drususbrücke, die ihren Namen dem römischen Feldherren Drusus verdankt, der die erste hölzerne Brücke in Bingen über die Nahe baute.
Die Drususbrücke ist eine der ältesten Steinbrücken Deutschlands. In den rechten Uferbrückenpfeiler ist eine Brückenkapelle eingebaut, in der über Jahrhunderte hinweg Reisende um einen guten Verlauf ihrer Reise gebetet haben.
Wir folgen der Nahe in Richtung Mündung und erreichen bald das größte Binger Kirchenbauwerk – die Basilika.

Basilika St. Martin
Quelle: Benedikt Schinke
Die Basilika St. Martin - Das Schenkungsverzeichnis der Abtei Lorsch für das Jahr 793 erwähnt St. Martin erstmals urkundlich. 883 wird das romanische Bauwerk zerstört und 1220 wieder neu eingeweiht. Als am 14. August 1403 ein Feuer ausbricht, fällt fast die ganze Kirche in Schutt und Asche. Dreizehn Jahre später wird eine neue St. Martinskirche im gotischen Stil fertig gestellt. Da St. Martin eine Stiftskirche war, wurde 1505 der Barbarabau als Volkskirche angebaut. In der folgenden Zeit erlebte die Kirche viele bauliche Veränderungen; Altäre und Kunstschätze gingen verloren oder wurden verkauft. Am 1. April 1930 verlieh Papst Pius XI. St. Martin den Titel einer päpstlichen Basilika. Nach der Bombardierung 1944 stürzten das Gewölbe des Hauptschiffes und ein Teil des Hochaltares ein.
Wir verlassen die Basilika und biegen direkt am Freidhof rechts ab.
Direkt vor uns sehen wir ein schönes Fachwerkhaus – im Volksmund kurz "Hawwerkaschte" genannt, was auf die frühere Bedeutung als Getreidelager hinweist. Das dort angebrachte Schild "Stefan-George-Haus" erklärt die heutige Bedeutung dieses Bauwerks. Im Inneren findet sich ein kleines Stefan-George-Museum, das das Wirken dieses bedeutenden, in Bingen-Büdesheim geborenen Dichters würdigt.
Wir spazieren nun zurück an die Nahe, wenden uns nach rechts, unterqueren die Bahn und folgen dem asphaltierten Weg bis zur Einmündung der Nahe in den Rhein.

Nahemündung
Quelle: Stadt Bingen
Am Rhein-Nahe-Eck offenbart sich uns die ganze Schönheit des Rheintals mit dem Binger Wahrzeichen, dem Mäuseturm und der gegenüberliegenden Ruine Ehrenfels.
Seit 2002 steht das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen und Koblenz auf der Liste des UNESCO Welterbes.
Wir bummeln weiter direkt am Rhein entlang und beobachten das rege Schiffstreiben auf Europas verkehrsreichstem Wasserweg.

Historisches Museum am Strom
Quelle: Stadt Bingen
Nicht weit entfernt gelangen wir nach dem Rheintal-Kongress-Zentrum zum "Historischen Museum am Strom – Hildegard von Bingen". Hier wird das Leben und Wirken einer der bedeutendsten Frauen des Mittelalters anschaulich dargestellt. Unter anderem sind auch Modelle des zerstörten Klosters Rupertsberg in Bingerbrück zu sehen. Andere Abteilungen des Museums widmen sich der Rheinromantik und dem in Bingen gefundenen vollständigen römischen Ärztebestecks.
Wir bummeln weiter am Rhein entlnag, Richtung Autofähre und können erste Vorfreude auf das große Ereignis Landesgartenschau 2008 spüren.

Der Alte Kran
Quelle: Stadt Bingen
Gegenüber des Stadtbahnhofs erreichen wir den Alten Kran. Schon im 15. Jahrhundert ist hier ein Kran überliefert. Der jetzige Dreh- und Auslegerkran wurde wohl ab 1613 nach Plänen des Aschaffenburger Baumeisters Riedinger erbaut.
Von hier aus sind es nur noch wenige Minuten zurück zu unserem Ausgangspunkt oder zur Binger Fußgängerzone, in der zahlreiche Cafés und Gaststuben zur Rast einladen.